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Tuesday, November 3, 2026

Causa Blausee: Beschuldigter muss am Mittwoch vor Gericht

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  • Am Mittwoch beginnt vor dem Wirtschaftsstrafgericht Bern der Prozess zur Causa Blausee.
  • Im Steinbruch Mitholz sollen über 4000 Tonnen verschmutztes Material als sauberer Aushub deklariert worden sein.
  • Dem Beschuldigten werden Betrug, Urkundenfälschung und Sachbeschädigung mit rund 835’000 Franken Schaden vorgeworfen.
  • Das Urteil soll am 10. November eröffnet werden.

Seit mehr als sechs Jahren beschäftigt die Causa Blausee die Justiz. Ab 2018 starben zahlreiche Forellen in der Fischzucht beim Blausee im Berner Oberland. Die Besitzer vermuteten, dass Schadstoffe aus dem nahe gelegenen Steinbruch Mitholz dafür verantwortlich waren. Die genaue Ursache des Fischsterbens konnte bisher nicht abschliessend geklärt werden.

Am Mittwoch wird sich ein Beschuldigter vor dem Wirtschaftsstrafgericht Bern verantworten müssen. Erstmals soll sich eine Gerichtsverhandlung in der «Causa Blausee» mit der Frage beschäftigen, ob die im Steinbruch abgelagerten Abfälle das Fischsterben verursacht haben könnten. Dort sollen über 4000 Tonnen Abfall illegal entsorgt worden sein. Chauffeure sollen verschmutztes Material als sauberen Aushub deklariert haben. Der Steinbruch lag in einem Gewässerschutzgebiet, in dem nur unbelasteter Aushub zur Auffüllung zulässig war.

Gefälschte Belege und tote Fische

Der Beschuldigte muss sich wegen Betrugs im Umfang von rund 90’000 Franken, mehrfacher Urkundenfälschung, qualifizierter Sachbeschädigung mit rund 835’000 Franken Schaden und eines Vergehens gegen das Gewässerschutzgesetz vor Gericht verantworten.

Durch die Entsorgung im Steinbruch sollen Kosten gespart worden sein. Ein Transportunternehmer soll zudem Deponiebelege gefälscht und seine Auftraggeber getäuscht haben.

Mit der illegalen Entsorgung soll Geld gespart worden sein.

Mit der illegalen Entsorgung soll Geld gespart worden sein.20min/Simon Glauser

Urteilseröffnung am 10. November

Auch Gleisschotter aus der Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels landete im Steinbruch. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob BLS-Verantwortliche gegen Umweltgesetze verstossen und Abfall falsch deklariert hatten. Im August 2025 stellte sie das Verfahren gegen einen BLS-Mitarbeiter mangels hinreichenden Tatverdachts ein. Er erhielt 30’957 Franken Entschädigung.

Mehrere Chauffeure erhielten Bussen wegen Urkundenfälschung. Die Verfahren wegen möglicher Umweltverstösse gegen sie wurden eingestellt. Der Prozess wird am Mittwoch in Bern am kantonalen Wirtschaftsstrafgericht eröffnet. Weitere Verhandlungen sind für Donnerstag und Freitag geplant. Die Urteilseröffnung soll am 10. November folgen. 20 Minuten wird den Prozess aus dem Gerichtssaal begleiten.

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Maurin Vonplon

Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.

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