Innert weniger Jahre zur Plage: So viele Tigermücken wie noch nie

- Die Tigermücke breitet sich in Genf so stark aus wie noch nie seit ihrem ersten Auftreten 2019.
- Die Hitzewelle dieses Sommers hat die Verbreitung des Schädlings laut Kantonsexpertin Coline Utz zusätzlich begünstigt.
- Im Tessin sank die Zahl der Tigermücken durch den Einsatz sterilisierter Männchen um 40 Prozent.
Anwohner in Genf trauen sich kaum mehr, ihre Fenster zu öffnen, geschweige denn, in ihre Gärten zu gehen. Schuld daran ist die Tigermücke. Wie RTS berichtet, war die Ausbreitung des Schädlings in der Westschweiz noch nie so stark wie in diesem Sommer.
2019 tauchte die Mückenart zum ersten Mal in der Region auf. «Sie brauchte offenbar etwas Zeit, um sich einzuleben», erklärt Coline Utz, Leiterin der Abteilung für Lebensräume und Arten des Kantons Genf in der Sendung «Forum». Allerdings hat auch die Hitzewelle dieses Sommers zur starken Verbreitung beigetragen.
Stehende Gewässer entfernen
Während die Stadt Genf auch mit den Tigermücken zu kämpfen hat, sind vor allem ländliche Gegenden von der Ausbreitung betroffen. Anders als die normalen Mücken stechen die Tigermücken nicht nachts, sondern eher am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.
Gute Neuigkeiten für diejenigen, die in Hochhäusern wohnen: Die Mücke lebt laut Utz eher in Bodennähe und steigt selten hoch auf. Utz empfiehlt, stehende Gewässer wie beispielsweise gefüllte Spritzkannen im Garten zu entfernen, um gegen die Tierchen anzukämpfen. So würde man ihnen die Brutstätten wegnehmen. Allerdings sei es schwierig bis unmöglich, die Art in der Westschweiz auszurotten. «Wir müssen wohl mit ihnen leben», so Utz.
Der Kampf gegen die Tigermücke in der Schweiz
Im Juli gab es im Wallis einen Krankheitsfall, der durch eine Tigermücke übertragen wurde. Allerdings passierte die Übertragung im Ausland. Eine heimische Mücke könnte die Krankheit jedoch weiter übertragen, wenn sie zunächst die infizierte Person und dann andere Menschen sticht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch klein, wie der Kanton Wallis damals mitteilte. Trotzdem wurden im Quartier um den Wohnort der infizierten Person vorsorglich Larven und ausgewachsene Mücken bekämpft.
Im Tessin wurde letztes Jahr ein Erfolg im Kampf gegen die Ausbreitung der Tigermücke vermeldet. Die Behörden dort liessen einige Hundert sterilisierte Männchen frei. Nach der Paarung legten die Weibchen dann unbefruchtete Eier. Eleonora Flacio, Biologin und Leiterin des Projekts, sagte letztes Jahr, die Zahl der Tigermücken im Tessin habe seit Beginn des Experiments um 40 Prozent abgenommen.
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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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