Weniger Bürokratie für mehr Medaillen
Das viel diskutierte Sportfördergesetz, das die Förderung des Spitzensports in Deutschland auf neue Füße stellen will, hat den Bundesrat passiert. Nun wartet es auf die Umsetzung.
25.09.2026 | 0:43 minEs ist ein für deutsche Verhältnisse ziemlich zügiger Gesetzgebungsprozess gewesen. Angetrieben von der ehemaligen Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, wurde die Spitzensportförderung mit Antritt der schwarz-roten Koalition im vergangenen Jahr völlig neu geregelt. Das Gesetz mit dem eher sperrigen Namen "Gesetz zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur" wurde von der Sportstaatsministerin zunächst im Kabinett vorgelegt, wurde am Freitag vom Bundestag beschlossen und passierte nun den Bundesrat.
Als sogenanntes Einspruchsgesetz hätte der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anrufen können, doch das unterblieb nun, sodass das Gesetz die notwendigen Hürden genommen hat. Einzig die Unterschrift des Bundespräsidenten fehlt noch, doch die ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Dann kann es losgehen.
Sportstaatsminister Rauhe begrüßt Zustimmung
Umsetzen darf das Gesetz dann der neue Staatsminister für Sport und Ehrenamt, Ronald Rauhe, erfolgreicher Kanute und zweifacher Olympiasieger. Der 44-Jährige wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz Anfang September ernannt - Christiane Schenderlein wechselte als Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. In seiner Ansprache vor dem Bundesrat betonte Rauhe: "Mit dem Sportfördergesetz schaffen wir einen neuen Rahmen für den Spitzensport in Deutschland", denn "die Athletinnen und Athleten warten seit vielen Jahren auf diese Reform".
Mit dem Sportförderungsgesetz sollen Spitzensportler "erfolgreicher" werden. "Wir haben uns genau angeschaut, wie das andere Länder machen", sagte Christiane Schenderlein, frühere Staatsministerin für Sport und Ehrenamt.
21.05.2026 | 3:44 minMit der Reform bündele man Expertise, stärke den Wettkampfgedanken, stelle die Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten in den Vordergrund und sorge so für bessere Bedingungen für die Trainerinnen und Trainer, führte Olympiasieger Rauhe in seiner gut fünfminütigen Rede aus. Und stellte fest:
Ein Gesetz gewinnt keine Medaillen. Medaillen gewinnen Menschen.
Ronald Rauhe, Sport-Staatsminister
Rauhe weiter: "Athletinnen und Athleten, die jeden Tag an ihre Grenzen gehen, Trainerinnen und Trainer, die sie über Jahre begleiten, und all die Menschen im Hintergrund, ohne die Spitzenleistung nicht möglich wäre", führte Rauhe weiter aus. "Deshalb geht es jetzt darum, die besten Köpfe für die Spitzensport-Agentur zu gewinnen."
Mehr Olympia-Medaillen als Ziel
:So soll der deutsche Spitzensport umgebaut werdenWie kann der deutsche Spitzensport wieder an alte Erfolge anknüpfen? Die Bundesregierung will dafür eine neue Agentur gründen. Widerstand kommt von den Sportlern selbst.
von Johannes Lieber
mit Video2:33
"Echter Paradigmenwechsel" soll Erfolg bringen
Ziele des nun verabschiedeten neuen Gesetzes: Mehr Medaillen für deutsche Athletinnen und Athleten und weniger Bürokratie. Vor dem Sportfördergesetz standen immer wieder fehlgeschlagene Reformbemühungen einzelner Verbände im organisierten Sport, die von vielen Enttäuschungen und einer Abwärtsspirale bei internationalen Sportgroßereignissen begleitet wurden. Die Regierung sieht in dem Sportfördergesetz nicht weniger als einen "echten Paradigmenwechsel".
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Hauptpunkt des Gesetzes ist die Gründung einer Spitzensportagentur mit Sitz in Leipzig, die 2027 ihre Arbeit aufnehmen soll und möglichst unabhängig über die Verteilung der Mittel - so sind im Jahr 2027 362 Mio. € angesetzt – entscheidet.
Spitzensport-Agentur mit zehn Sitzen verwaltet die Mittel
Rechtsform der Spitzensport-Agentur ist eine öffentlich-rechtliche Stiftung mit Vorstand, Stiftungsrat und Sportfachbeirat. Über dieses Konzept gab es im Gesetzgebungsverfahren den meisten Streit. Gerade die Vorstellungen der Politik und des Deutschen Olympischen Sportbunds, DOSB, gingen phasenweise sehr weit auseinander.
Im Mai diskutierte der Bundestag über die Änderungen bei der Sportförderung. Die gesamte Debatte zum Nachschauen.
21.05.2026 | 67:35 minAm Ende verständigte sich der einflussreiche Stiftungsrat der Spitzensport-Agentur auf zehn Sitze. Der DOSB bekommt vier Sitze, der Bund fünf und die Länder einen Sitz. Damit ist die Mitsprache des Sports groß - so könnte bei wichtigen Personalien eher auch ein Veto eingelegt werden. Kopf der Spitzensportagentur sind zwei Vorstände, die mit einer Zweidrittelmehrheit bestellt werden müssen.
Das wichtigste Ziel der Spitzensportagentur sei es, "unseren Spitzensport besser zu machen", sagte Sportstaatsminister Rauhe vor dem Bundesrat. "Damit die Agentur für den Förderzyklus nach den olympischen und paralympischen Spielen in Los Angeles 2028 bereit ist." Eine große Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate.
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Über das Thema berichtete das ZDF am 25.09.2026 um 17:48 Uhr in dem Beitrag "Grünes Licht für Sportfördergesetz".
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