Nach Double-Gewinn – Storcks Lodz: Vom Aussenseiter zum Gejagten

In etwa so hatte sich Maja Storck ihre erste Saison in Polen vorgestellt. Die Baselbieterin gewann mit ihrem Klub PGE Budowlani Lodz zunächst den Cup und später auch die Meisterschaft. Im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie war die Schweizer Volleyball-Nationalspielerin mit 24 Punkten Topskorerin auf dem Feld. Die Saison beendete sie auf Rang 3 der Skorerliste, hinzu kam die Auszeichnung als beste ausländische Spielerin der Liga.
«Ich brauchte etwas Zeit, um mich in der polnischen Liga zurechtzufinden», blickt Storck auf die Anfänge zurück. In der zweiten Saisonhälfte habe sie persönlich, aber auch ihr Team aufdrehen können. «Wir waren auf dem Papier nicht das stärkste Team, aber in den wichtigen Momenten haben wir funktioniert.»
OP verlief gut
In die Feierlichkeiten mischten sich aber auch Unsicherheiten. Gegen Ende der Saison spielte Storck mit Schmerzen im Ellbogen. Nach mehreren Untersuchungen entschied sich die bald 28-Jährige im Sommer für einen operativen Eingriff, um den weiteren Verlauf ihrer Karriere nicht zu gefährden. Die Reha verlief besser als erwartet. Storck bestritt die ganze Vorbereitung mit ihrem Team und ist während des Spiels beschwerdefrei. Nach der Belastung sei jeweils noch etwas Physiotherapie angesagt.
Von der Pause hat Storck auch auf mentaler Ebene profitiert. Der Hunger nach der Titelverteidigung ist gross, ebenso der Druck, der auf ihren und den Schultern der Teamkolleginnen lastet. «Einen Titel zu gewinnen, ist einfacher als ihn zu verteidigen. Unsere Gegnerinnen werden gegen uns extra motiviert sein.»
Der Kern des Teams sei zwar zusammengeblieben, zwei wichtige Spielerinnen haben den Klub aber verlassen. Unter anderem wurde die zentrale Position der Passeuse neu besetzt. «Sie bringt sehr viel Ruhe und Konstanz mit, ich bin gespannt, wie sich die Dynamiken im Team verändern.»
Polnisch kein Problem
Nebst der Titelverteidigung wollen die Polinnen auch auf der internationalen Bühne glänzen. Dank dem Meistertitel hat Lodz in der Champions League eine etwas leichtere Gruppe erwischt. Die Qualifikation für die K.o.-Phase sei das erklärte Ziel, so Storck.
Persönlich werden von Storck erneut viele Punkte erwartet. Ihr Anspruch an sich ist vor allem Konstanz, da sie nun die Liga und das Team besser kennt. Auch die Kommunikation innerhalb des Teams dürfte besser klappen. Die Sprache habe sie dank ihrer polnischen Mutter früh gut verstanden. Nun fühle sie sich aber auch wohler, sich auf Polnisch zu unterhalten.
Storcks Vertrag in Lodz läuft bis zum Ende der neuen Saison. Einen Verbleib in Polen kann sie sich ebenso vorstellen wie einen Abstecher in die USA oder nach Japan. Zumindest sprachlich dürfte es bei letzterer Station wieder etwas Angewöhnungszeit brauchen.
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