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Monday, September 28, 2026

«Wer zu wenig schläft, trifft risikoreichere Entscheidungen»: So übermüdet sind unsere Bundespolitiker wirklich – Schlafforscher warnt

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«Wer zu wenig schläft, trifft risikoreichere Entscheidungen»

So übermüdet sind unsere Bundespolitiker wirklich – Schlafforscher warnt

Schlafmangel im Bundeshaus! National- und Ständeräte schlafen während der Session 50 Minuten weniger pro Nacht. Das hat Folgen: Müde Menschen treffen eher risikoreiche Entscheidungen. Schlafforscher Björn Rasch schlägt einen Lösungsansatz vor.

Publiziert: vor 10 Minuten

Aktualisiert: vor 1 Minute

Darum gehts

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  • Schlafforscher fordert Schlafzimmer im Bundeshaus für übermüdete Parlamentarier
  • Politiker schlafen während Session durchschnittlich 50 Minuten weniger
  • Schlaf ist ein wichtiger Indikator, um das Burnout-Risiko frühzeitig zu erkennen
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Janic UrechRedaktor Politik

Im Bundeshaus bräuchte es ein Schlafzimmer! Zumindest wenn es nach dem Schlafforscher Björn Rasch (51) geht.

Er führte eine Umfrage zum Thema Schlaf unter Mitgliedern von National- und Ständerat durch. Auch wenn nur 16 Parlamentarier teilnahmen und es eine kurze Sache war, lassen sich interessante Muster erkennen. 

Risikofaktor übermüdete Politiker

Während der Session schlafen unsere Parlamentarier im Schnitt sechs Stunden und zehn Minuten pro Nacht – das sind 50 Minuten weniger als ausserhalb der Session.

Was harmlos tönt, kann durchaus Auswirkungen haben: «Wir wissen, dass Menschen, die müde sind, eher risikoreiche Entscheidungen treffen als jene, die ausgeschlafen sind», sagt Rasch zu Blick. Schlafmangel hat auch einen Einfluss darauf, wie gut jemand Informationen aufnehmen kann. Es ist also von Vorteil, wenn die Volksvertreter ausgeschlafen im Ratssaal oder im Kommissionszimmer sitzen. 

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Deshalb hält es Rasch für sinnvoll, Gelegenheiten zu bieten, um sich auch tagsüber mal kurz hinzulegen. «Wenn ein Parlamentarier in der Sitzung einschlafen würde, wäre das sofort ein Skandal. Sie einfach wach, aber müde dasitzen zu lassen, ist auch keine Lösung. Warum also nicht Möglichkeiten zur Erholung schaffen?» Powernaps erhöhen laut Rasch die Leistungsfähigkeit durchaus. Ein Liegeraum im Bundeshaus wäre für den Schlafforscher also ein pragmatischer Ansatz, um die Leistungsfähigkeit der Politiker hochzuhalten. 

Der Cüpli-Effekt

Dass in Bundesbern am Rande der Session bei Apéros der eine oder andere Tropfen Alkohol fliesst, ist kein Geheimnis. Alkohol hat selbstverständlich auch einen Einfluss auf den Schlaf. Er könne zwar beim Einschlafen helfen, erklärt Rasch. «Das Problem ist einfach: In der zweiten Nachthälfte wachen wir dann häufiger auf und liegen länger wach.» 

Die Erholung wird durch den Alkohol also beeinträchtigt. Ähnlich wie beim Alkohol seien auch Schlafmittel hilfreich beim Einschlafen, sorgten jedoch für einen wenig erholsamen Schlaf. In der Umfrage hat Rasch die Parlamentarier auch nach der Nutzung von Schlafmitteln befragt. Wie in der allgemeinen Bevölkerung auch würden diese nur von einer Minderheit benutzt. 

Aus den Gesprächen mit den Parlamentariern berichtet Rasch: «Persönlich wissen die meisten Parlamentarierinnen, wie wichtig Schlaf für sie ist.» Bei der Umsetzung im Politischen hapere es jedoch noch. Rasch würde sich wünschen, dass Schlaf in der nationalen Gesundheitsstrategie eine höhere Priorität bekommt.

Wie gut jemand schläft, sei nämlich auch für die Frühdiagnostik wichtig, sagt Rasch: «Anhand des Schlafs kann ich sehr gut erkennen, wie belastet jemand ist. Wenn jemand jetzt Schlafstörungen hat, erhöht sich das Risiko für ein Burnout in zwei Jahren.» Entsprechend könnte man eingreifen, bevor es zu spät ist. 

Neben der Zahnfee noch den Schlaf-Max

Insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen ist Schlaf immer entscheidend. «Ich denke mir dabei immer: Wieso kommt in der Schule eigentlich die Zahnfee, aber nicht der Schlaf-Max?», sagt Schlafforscher Rasch mit einem Schmunzeln.

Denn Schlaf sei ein wichtiges gesellschaftliches Thema, und es brauche ein Format, um Fragen dazu stellen zu können.

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