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Sunday, September 13, 2026

Rolling Rock Aarau – Skate-Kultur im Wandel: zwischen Rebellion und Skatepark

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Rolling Rock Aarau Skate-Kultur im Wandel: zwischen Rebellion und Skatepark

Vor 30 Jahren eröffnete in Aarau eine der grössten Skatehallen. Rückblick auf wilde Zeiten und neue Trends.

Vielen waren sie ein Dorn im Auge: die Skateboarder, welche Treppengeländer, Sitzbänke und Randsteine zu ihrem persönlichen Hindernis-Parkour erklärten, ihre Tricks vorführten, während Hip-Hop-Musik aus den Lautsprechern dröhnte.

Aus dem Archiv: Aktive Skateboard-Szene 1991 in Zürich

In den 1990er-Jahren erlebt die Skateboard-Szene in der Schweiz einen Aufschwung. «Das war die goldene Ära des Skateboardens», erklärt der Westschweizer Jim Zbinden, Gründer des Skateboard Museums in Genf und eine prägende Figur der Szene – «Skateborden war ein Symbol von Freiheit».

Person mit Mütze hält einen Mops in rotem Mantel.
Legende: Jim Zbinden fing 1977 mit dem Skateboarden an. 1996 musste er den Sport nach einer schweren Fussverletzung aufgeben. ZVG/Jim Zbinden

Auf diesen Trend springen auch zwei Aargauer auf. Die damals 28‑jährigen Simon Eichenberger und Thomas Georg gründen 1996 das Rolling Rock in Aarau AG – ein Pionierprojekt und zu diesem Zeitpunkt eine der grössten Indoor-Skate-Hallen der Schweiz.

Das Rolling Rock in Aarau setzt auf viele Standbeine

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  • Bild 1 von 9. Der Skate-Bereich ist nach wie vor das Herzstück des Rolling Rocks. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 2 von 9. Im Aussenbereich kam ein Pumptrack dazu. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 3 von 9. Der Kletterbereich gehörte von Anfang an zum Konzept vom Rolling Rock. Bildquelle: ZVS/Rolling Rock.

  • Bild 4 von 9. Das Rolling Rock bietet verschiedene Kurse an. Zum Beispiel Inlineskate-Kurse für Erwachsene. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 5 von 9. Auch ein Tanzraum ist vorhanden. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 6 von 9. Eines der neueren Angebote: Ein Parkour, wo die Gäste ihr Können unter Beweis stellen können. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 7 von 9. Die Beach-Volleyball-Halle kann auf Anfrage stundenweise gemietet werden. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 8 von 9. Der Trampolin-Bereich wurde vergrössert. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

  • Bild 9 von 9. Die Stand-Up-Boards können gemietet und in der Aare ausprobiert werden. Das Rolling Rock bietet auch Kurse an. Bildquelle: ZVG/Rolling Rock.

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Und das, obwohl keiner der beiden mit Skateboarden viel am Hut hat. «Skateboarden konnte ich nie wirklich», erzählt Simon Eichenberger, der bis heute Geschäftsführer vom Rolling Rock ist. «Nach der Eröffnung habe ich mir Inlineskates gekauft und fahre auch heute noch gern.»

Fehde zwischen Inlineskatern und Skateboardern

Obwohl beide Gruppierungen auf Rädern unterwegs sind, hatten Inlineskater und Skateboarder das Heu nicht auf der gleichen Bühne. «In den Neunzigern gab es eine richtige Fehde zwischen den beiden Gruppen», erzählt Jim Zbinden.

Ursprünglich habe es auch Konflikte zwischen den Rock-Skateboardern und den Hip-Hop-Skateboardern gegeben. «Um den Inlinern entgegenzutreten, haben sich diese beiden Szenen zusammengetan», sagt Zbinden. Für ihn ist klar: «Skateboarder haben im Vergleich zu den Inlineskatern eine eigene Kultur und ihren eigenen Lifestyle kreiert.»

Kickboard – das neue Sportgerät

In den 2010er-Jahren kommt ein neuer Sport hinzu: «Mit den ersten Freestyle-Kickboards entstand ein Trend, der bis heute geblieben ist», sagt Rolling-Rock-Geschäftsführer Simon Eichenberger. Heute seien jüngere Kinder vor allem auf den Kickboards unterwegs. «Bei den 12-Jährigen und aufwärts sieht man auch Skateboards und bei den Inlineskates sind die Altersgruppen durchmischt.»

Eichenberger ist überzeugt davon, dass er mit seiner Halle einen wichtigen Beitrag leistet. «Smartphones haben die Gesellschaft verändert. Darum sind Orte wie das Rolling Rock so wichtig. Orte, wo ein persönlicher Austausch stattfindet.»

Skateboard-Szenen-Kenner Jim Zbinden ist der Meinung, dass Indoor-Hallen dem Skateboard-Sport geholfen haben. «Plötzlich war es möglich, die Tricks bei jedem Wetter unter perfekten Bedingungen zu üben». Er warnt aber davor, sich nur noch in Skateparks aufzuhalten. «Eigentlich ist der Sinn, dass man den Trick im Skatepark übt, um ihn danach auf der Strasse zu performen.»

Das «Stören» gehört zum Skateboard-Lifestyle

Dass zerkratzte Steinkanten und die lauten Rollen für manche störend sind, kann Zbinden nachvollziehen. Aber als er von seiner Jugend erzählt, lächelt er schelmisch: «Die Polizei verjagt dich von einem Ort, also suchst du dir einen neuen Platz zum Skaten oder gehst einfach zurück, sobald die Polizei wieder weggefahren ist. Das hatte etwas Rebellisches.»

Ganz ohne Ärger geht es im Rolling Rock in Aarau zu und her. Neben 30-Jährigen, die mit Leib und Seele skateboarden, drehen Dreijährige auf dem Kickboard ihre Runden. Ein Ort, der sich seit 30 Jahren stetig weiterentwickelt, genauso wie die Sporttrends auch.

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