39’400 Bussen: 4 Millionen Franken dank neuer Regelung

- Die Gemeinde Birsfelden BL hat seit dem 1. September 2025 eine Automatische Durchfahrtskontrolle (ADK) in Betrieb.
- Per Ende Juli 2026 wurden 39’400 Bussen à 100 Franken ausgestellt – das entspricht rund vier Millionen Franken Bussgeldern.
- Der Verkehr in den Quartieren hat laut Gemeinde um 13 bis 38 Prozent abgenommen.
Ein Jahr ist es her, seit die Baselbieter Gemeinde Birsfelden eine Automatische Durchfahrtskontrolle (ADK) eingeführt hat. Seit dem 1. September 2025 werden alle Lenkerinnen und Lenker mit einer 100-Franken-Busse bestraft, die Quartierstrassen in weniger als 15 Minuten wieder verlassen. Ausgenommen, sie haben eine Bewilligung.
Die Gemeinde zieht gegenüber 20 Minuten Bilanz: 39’400 Bussen wurden per Ende Juli 2026 im Zusammenhang mit der ADK ausgestellt, nennt Martin Schürmann, Leiter der Gemeindeverwaltung, die Megazahl.
Vier Millionen: Bussgelder lassen Kasse klingeln
Das ergibt rund 120 Strafzettel, die die Gemeinde pro Tag in den letzten Monaten verteilt hat. Erfasst werden die Verkehrssünder mit einer Kamera. Das System, das verhindern soll, dass Autofahrer bei Stau über die Quartierstrassen ausweichen, liess die Gemeindekasse klingeln. Rund vier Millionen Franken Bussgelder brachte die Durchfahrtskontrolle Birsfelden ein.
Das Verkehrsregime war ab Tag eins umstritten und stand in der Kritik. Politiker von verschiedenen Parteien bemängelten den Datenschutz oder die Höhe der Bussen. Kurz nach Einführung prüfte der Regierungsrat, ob die Durchfahrtskontrolle rechtens ist.
«Absolute Abzocke» beschäftigte den Bundesrat
Als «absolute Abzocke» bezeichnete Nationalrat de Courten die Praxis. Gegenüber 20 Minuten sagte er: «Ich stelle die Frage nach der Rechtmässigkeit der Automatischen Durchfahrtskontrolle.» Der SVP-Nationalrat wollte vom Bundesrat wissen, ob die Verkehrsregulierung rechtens ist.
Der Bundesrat antwortete kurz und knapp. Eigentlich dürfte nur der Kanton und nicht die Gemeinde Birsfelden Bussen ausstellen. Doch ob der Kanton Basel-Landschaft das Strassenverkehrsgesetz ordnungsgemäss umsetzt, müssten Gerichte prüfen.
Verkehr hat bis zu 38 Prozent abgenommen
Eines ist klar: Die Gemeinde ist mit dem neuen System «sehr zufrieden», wie sie sagt. «Die Messungen nach rund drei Monaten haben gezeigt, dass der Verkehr zwischen 13 Prozent und 38 Prozent abgenommen hat», so Schürmann. In den kommenden Wochen sollen erneut Messungen durchgeführt werden.
«Die Entlastung ist deutlich spürbar und für die betroffenen Quartiere und ihre Einwohnerinnen und Einwohner eine grosse Entlastung.»
Gehörst du zu den Gebüssten? Erzähl uns in folgendem Formular von deinem Erlebnis.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.