Brand von Crans-Montana – Ex-Sicherheitsbeauftragter: «Constellation»-UG nicht überprüft

Brand von Crans-Montana Ex-Sicherheitsbeauftragter: «Constellation»-UG nicht überprüft
Vor der Eröffnung des «Constellation» im Dezember 2015 fanden offenbar keine umfassenden Sicherheitskontrollen statt. Das geht aus einer Einvernahme des ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde hervor.
01.09.2026, 15:25
Die Bar «Le Constellation» wurde vor ihrer Eröffnung im Dezember 2015 keiner umfassenden Sicherheitskontrolle unterzogen. Das hat der ehemalige Sicherheitsbeauftragte der damaligen Gemeinde Chermignon bei seiner Einvernahme durch die Staatsanwältinnen Ende Juli eingeräumt, wie Recherchen von RTS zeigen.
Das Betreiberpaar Moretti hatte das Lokal 2015 übernommen und umfangreiche Umbauarbeiten vorgenommen. Das «Constellation» befand sich damals noch auf dem Gebiet der Gemeinde Chermignon.
Die Strafakten zeigen, dass die Behörden über die Arbeiten informiert waren. Öffentlich aufgelegt wurde jedoch lediglich ein Gesuch für eine Veranda, nicht für den gesamten Umbau. In diesem Zusammenhang musste der Sicherheitsbeauftragte ein Dokument zu den Sicherheits- und Brandschutzmassnahmen ausfüllen.
Aus dem Einvernahmeprotokoll geht hervor, dass er dafür nicht vor Ort war. Stattdessen stützte er sich auf eingereichte Pläne der Terrasse sowie Fotomontagen.
In dem Dokument hielt er fest, dass die bestehende Westtür als Notausgang und Fluchtweg zu betrachten sei. Erst im Februar 2016, zwei Monate nach der Eröffnung, führte er vor Ort eine Schlusskontrolle der Veranda durch.
Vor den Staatsanwältinnen erklärte er, er habe «sicherlich überprüft», ob die Seitentür im Erdgeschoss tatsächlich als Notausgang genutzt werden könne. Absolute Gewissheit habe er aber nicht mehr, da der Besuch mehr als zehn Jahre zurückliege.
Auf Nachfrage eines Anwalts sagte er zudem, er erinnere sich nicht daran, ob diese Tür den Vorschriften entsprochen habe.
Nach dem heutigen Ermittlungsstand war dies nicht der Fall. Die Tür diente nie als Notausgang. In der Nacht der Tragödie war sie verschlossen. Mehrere Menschen starben in ihrer Nähe, als sie versuchten, den Flammen zu entkommen.
Zweifel an der Schlusskontrolle
Weitere Aussagen werfen Fragen zur Kontrolle von 2016 auf. So hatte der Sicherheitsbeauftragte in seinen Vorgaben verlangt, dass sich Türen in Fluchtrichtung öffnen müssen.
Ein Anwalt wies während der Einvernahme darauf hin, dass sich eine Tür zwischen dem Gebäude und der Terrasse in die entgegengesetzte Richtung öffnete.
«Wie konnten Sie das durchgehen lassen?», fragte er.
Der Beschuldigte antwortete, er könne sich nicht erinnern, diese Tür bei seinem Besuch gesehen zu haben. Möglicherweise habe sie damals gefehlt oder vollständig offen gestanden. Vielleicht sei ihm auch erklärt worden, dass sie während des Betriebs offen bleibe.
Zudem räumte er ein, dass sich seine Kontrolle ausschliesslich auf das Erdgeschoss bezogen habe. Er sei lediglich wegen der Veranda vor Ort gewesen. Eine Überprüfung des gesamten Brandschutzkonzepts des Lokals habe er nie vorgenommen.
Untergeschoss nie kontrolliert
Ausgerechnet das Untergeschoss mit dem hochentzündlichen Schaumstoff hat der Sicherheitsbeauftragte also nie überprüft: Auf die entsprechende Frage der Staatsanwältin antwortete der ehemalige Sicherheitsbeauftragte, diese Räume seien «keiner Kontrolle» unterzogen worden, weder durch ihn noch durch die Baukommission.
Zwar fanden nach der Eröffnung in den Jahren 2018 und 2019 periodische Kontrollen statt. Auch diese befassten sich jedoch nicht mit dem Schaumstoff, der nach aktuellem Ermittlungsstand eine zentrale Rolle bei der Tragödie spielte.
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