Keime im Napf und Übergewicht – Hund und Katze richtig füttern: Die fünf grössten Fehler im Check

Zu viel Futter, ein verschmutzter Napf oder ein gut gemeintes Häppchen vom Tisch: Im Alltag können sich bei der Haustierhaltung schnell Fehler einschleichen. Was harmlos wirkt, kann für Hund und Katze jedoch unangenehme oder sogar gefährliche Folgen haben.
Worauf sollten Sie bei Futter, Hygiene und Wasser besonders achten? Und welche Küchenreste dürfen tatsächlich im Napf landen.
1. Zu viel Futter: So vermeiden Sie Übergewicht
«Das häufigste Problem ist, dass die Leute zu viel Futter geben und die Tiere dick werden», sagt Anette Liesegang. Die Expertin für Tierernährung empfiehlt, das Futter mit der Waage abzumessen und das Haustier regelmässig zu wiegen.
Wer einen kastrierten Vierbeiner zu Hause hat, sollte ausserdem wissen: Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Energiebedarf häufig. Es gibt deshalb spezielle Futtersorten mit dem Hinweis «sterilised», die energieärmer sind.
Vorsicht ist auch bei Leckerlis geboten: Belohnungen sind wichtig für die Erziehung – aber sie sind auch wahre Kalorienbomben. «Diese Energie muss man zur Tagesration rechnen, sonst hat man auf einmal ein Kügelchen.»
2. Verschmutzung: So schützen Sie Ihr Tier vor Keimen
In schmutzigen Näpfen und stehendem Wasser bilden sich rasch Keime und Bakterien. Deshalb sollten Futter- und Wassernäpfe regelmässig mit heissem Wasser und einer Bürste geschrubbt werden.
3. Futterwechsel: So gewöhnen Sie Ihr Tier um
Ihr Haustier frisst das Futter nicht mehr – oder sie möchten aus anderen Gründen umstellen? Machen Sie den Wechsel am besten schrittweise.
«Ich würde immer probieren, das neue Futter mit etwas zu mischen, das sie gerne mögen, und den Anteil davon dann Schritt für Schritt zu reduzieren.» Beispielsweise könne man ein wenig warme, salzarme Bouillon oder einen Tropfen Rahm übers Futter geben.
4. Trocken- und Nassfutter: So kombinieren Sie richtig
Katzen decken ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschliesslich über die Nahrung. Nassfutter ist deshalb besonders gut für Katzen, die wenig trinken, oder die aufgrund einer Erkrankung viel Flüssigkeit zu sich nehmen sollten.
Die Professorin für Tierernährung empfiehlt, morgens und abends Nassfutter in den Napf zu füllen. Nebst dem hohen Wassergehalt hat es nämlich noch einen weiteren Vorteil: Im Vergleich zum Trockenfutter hat es eine sehr geringe Energiedichte, Katzen sind also schneller satt, nehmen aber deutlich weniger Kalorien auf als bei Trockenfutter.
Bei Hunden spielt die Wahl zwischen Trocken- und Nassfutter keine grosse Rolle: Sie decken ihren Wasserbedarf, indem sie viel trinken. Als Faustregel nennt Liesegang: «Kleinere Hunde haben tendenziell lieber Nassfutter und die grösseren mögen tendenziell beides.»
5. Essensreste: Was Ihr Haustier fressen darf – und was nicht
Wer kennt es nicht: Nach dem Kochen oder dem Abendessen bleibt etwas übrig und der treue Blick des Haustiers bettelt um ein Extra? Doch dürfen Reste aus unserer Küche einfach so im Napf landen? Die Expertin sagt: «Es kommt immer darauf an, was es ist.»
Stark gewürzte Speisen gehören nicht in den Tiernapf, auch Pfeffer ist für Haustiere ungeeignet. «Sehr salzige Sachen sollte man vielleicht vorher abspülen.» Äpfel oder übrig gebliebene Teigwaren könne man hingegen bedenkenlos verfüttern – solange Letztere nicht zu salzig zubereitet wurden.
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