«Furchtbar»: Buspassagiere genervt über Durchsagen von KI-Stimme

- Eine KI-Stimme im Bus von Ziegelbrücke nach Amden nervt die lokalen Pendler.
- Die Betonung bei vielen Haltestellen liegt auf der falschen Silbe.
- Auf Social Media wird eine Anpassung gefordert.
- Auch ein kreativer Vorschlag findet Gehör: Der Sänger Michael von der Heide, der aus Amden stammt, soll die Haltestellen einsprechen oder gar einsingen.
Pendlerinnen und Buspassagiere, die kürzlich auf der Strecke zwischen Ziegelbrücke GL/SG, Weesen SG und Amden SG unterwegs waren, stutzten: Plötzlich sagt eine KI-Stimme auf Hochdeutsch die Begrüssungen, Verabschiedungen und Haltestellen an.
Die Anwohnerinnen und Anwohner ärgern sich: «Der Anfang der Begrüssung ist schon komisch. Ich wünsche mir, dass es wieder so wird wie früher», sagt Fahrgast Anni aus Weesen zu 20 Minuten. «Halt eine Stimme und Aussprache, die passt.»
KI betont falsche Silben
In einem Online-Beitrag diskutieren User rege – viele von ihnen teilen die Meinung von Anni: «Ja, es ist furchtbar. Es fährt mir jedes Mal kalt den Rücken herunter, wenn die Stimme ‹Weesen, Authiis› spricht», so eine Person. Andere sehen die falsch betonten KI-Aussprachen im ÖV als ein schweizweites Problem.
«Ich arbeite selber den ganzen Tag mit KI und finde sie enorm nützlich. Aber für diesen Zweck passt sie einfach nicht», nervt sich auch Andreas Freimüller über die KI‑Stimme. Als Ammler wisse er, wie man Amden richtig betont – nämlich auf die erste Silbe. Die KI-Stimme betont jedoch die zweite.
Rettung durch Michael von der Heide?
Auf den Aufruf Freimüllers Ende August, wer die neuen Ansagen einsprechen möchte, kam prompt der Vorschlag, dass dies der Ammler Michael von der Heide, der die Schweiz auch schon beim ESC vertreten hatte, übernehmen soll.
Ist dir die falsche Betonung von KI-Stimmen auch schon aufgefallen?
«Natürlich wäre ich dabei!», so von der Heides Kommentar auf den Post. Auf Anfrage von 20 Minuten teilt der Sänger mit: «Falls es so weit kommt, dass ich das aus Heimatliebe einsprechen soll, werde ich das tun.» Noch gebe es jedoch keine konkreten Pläne.
«Kenne keinen Betrieb, der mit der KI-Stimme happy ist»
Dem Unternehmen Autobetrieb Weesen Amden ist das Problem der Aussprache bekannt. «Die KI-Stimme ist seit knapp zwei Jahren in Betrieb und wurde in der Zwischenzeit auch schon angepasst», so Geschäftsführer Stefan Hollenstein zu 20 Minuten. «Ich kenne keinen Busbetrieb, der mit der KI-Stimme happy ist.»

Ein Problem gebe es: «Wir entscheiden dies nicht selbst, die ‹Bus-Ostschweiz›, welche uns das Kassensystem zur Verfügung stellt, macht das.» Und was meint er zum Vorschlag, dass Sänger Michael von der Heide die Haltestellen einsprechen könnte? Geschäftsführer Hollenstein ist offen für eine Zusammenarbeit mit dem Sänger. «Wenn die Möglichkeit besteht und das finanziell machbar ist, setzen wir das gerne um.»
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