Kanton Zug will Trinkwasserversorgung mit Seewasser sichern

- Zug sichert seine Trinkwasserversorgung langfristig ab, denn in 20 Jahren sei bei Trockenheit eine Mangellage zu erwarten.
- Der Kantonsrat hat dafür einen Rahmenkredit von 170 Millionen Franken gesprochen, der am 1. September 2026 in Kraft tritt.
- Bis 2040 soll am Zugersee ein neues Seewasserwerk entstehen. Der Kredit läuft über 25 Jahre und wird teils aus der OECD-Mindeststeuer finanziert.
Aufgrund der massiven Trockenheit riefen diesen Sommer unzählige Gemeinden zum Wassersparen auf. Langfristige Auswirkungen des Hitzesommers zeigen sich bereits jetzt.
So verfolgt der Zuger Kantonsrat mit einem Rahmenkredit von 170 Millionen Franken das Ziel, sowohl die Trinkwasserversorgung als auch die Abwasserinfrastruktur für die Zukunft abzusichern. Heute, am 1. September, tritt der Beschluss in Kraft, wie der Kanton in einer Mitteilung festhält.
In 20 Jahren soll Wasserversorgung knapp werden
Aktuell sei die Wasserversorgung zwar ausreichend, doch bereits in 20 Jahren könne sich ein anderes Bild abzeichnen. Bei hohem Wasserbedarf und bei erhöhter oder anhaltender Trockenheit erwartet der Kanton gemäss eigenen Angaben eine Mangellage.

Aus diesem Grund liessen die Zuger Baudirektion und die Sicherheitsdirektion im Jahr 2023 eine gemeindeübergreifende Wasserversorgungsplanung für die nächsten 50 Jahre erstellen. «Die Versorgungsinfrastruktur soll sowohl auf das Bevölkerungswachstum als auch auf die Trockenheitsereignisse abgestimmt werden», schreibt der Kanton.
Bau eines Seewasserwerks am Zugersee bis 2040 geplant
Daraus zieht der Kanton konkrete Massnahmen: Er will das benötigte Trinkwasser aus den Seen beziehen. Im Ägerital bestehe beispielsweise bereits ein Seewasserwerk, das zusammen mit den Wasserversorgungen den Trinkwasserbedarf sichere.
Ausserdem sehe die kantonale Wasserversorgungsplanung bis zum Jahr 2040 den Bau eines Seewasserwerks am Zugersee vor. Dieses soll im Gebiet Oberwil bei Zug entstehen. In diesem Zusammenhang schreibt der Kanton: «Zudem sollen Verbindungsleitungen zwischen den Wasserversorgungen ausgebaut werden, damit Trinkwasser je nach Bedarf über die Gemeindegrenzen hinaus ausgetauscht werden kann.»
«Kredit hat Laufzeit von 25 Jahren»
Von den im Frühling 2026 vom Kantonsrat bewilligten 170 Millionen Franken Rahmenkredit sollen 60 Millionen Franken für den Ausbau der Trinkwasserversorgung von regionaler Bedeutung genutzt werden. Die restlichen 110 Millionen Franken seien für die Sanierung und den Betrieb der Abwasserentsorgung vorgesehen.

«Der Kredit hat eine Laufzeit von 25 Jahren und wird aus den künftigen Erträgen der OECD-Mindeststeuer Zug gespiesen – genügen diese Mehrerträge nicht, wird der Restbetrag aus der Erfolgsrechnung bezahlt», schreibt der Kanton bezüglich Finanzierung. Für die Umsetzung des Projekts ist gemäss Kanton die Baudirektion zuständig.
Mit dieser Investition verfolge der Kanton das Ziel, die Kosten langfristig moderat zu halten. Ausserdem «profitiert die Zuger Bevölkerung langfristig von ausreichend Trinkwasser in guter Qualität.»
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Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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