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Wednesday, September 2, 2026

EU-Erdbeobachtungsprogramm – Die Schweiz macht bei Copernicus nicht mit – was das bedeutet

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Darum geht es: Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der EU. Rund ein Dutzend Satelliten vermessen dabei die Erde nahezu in Echtzeit und liefern zahlreiche Daten, etwa zur Land- und Meeresoberfläche oder zur Atmosphäre. Aus diesen Daten lässt sich zum Beispiel berechnen, wie trocken Böden und Wälder sind, wie sich Gletscher oder Küsten verändern oder wie stark die Luft mit Feinstaub belastet ist.

Warum die Schweiz nicht mitmacht: Die Schweiz ist nicht Mitglied des Copernicus-Programms, anders als alle EU-Staaten sowie Norwegen, Island und Grossbritannien. Diesen Weg hat der Bundesrat im Juni erneut bestätigt, gegen den Willen des Parlaments. Als Begründung verweist er auf die angespannte Finanzlage: Eine Mitgliedschaft würde die Schweiz gemäss Schätzungen rund 48 Millionen Franken pro Jahr kosten.

Frei zugängliche Rohdaten: Weil die meisten Copernicus-Rohdaten frei zugänglich sind, kann die Schweiz diese auch ohne Mitgliedschaft nutzen – und tut das auch, zum Beispiel für das nationale Trockenheitsmonitoring. Alle fünf Tage fotografieren die Satelliten die Erdoberfläche und messen dabei unter anderem, wie stark Pflanzen unsichtbares Infrarotlicht reflektieren. So lässt sich erkennen, wie sehr Wälder unter Trockenheit leiden – noch bevor sich die Blätter sichtbar verfärben. Auch bei der Überwachung von Naturgefahren kommen Copernicus-Daten in der Schweiz zum Einsatz, etwa um mögliche Bergstürze frühzeitig zu erkennen.

Satellitenbild mit Rauchwolke über einer Landschaft mit Feldern und Wäldern.
Legende: Das Satellitenbild zeigt den Rauch eines Waldbrands südöstlich von Paris. Keystone / COPERNICUS SENTINEL DATA 2026/HANDOUT

Keine Mitsprache: Als Nicht-Mitglied kann die Schweiz bei der Weiterentwicklung des Programms nicht mitreden. Das betrifft zum Beispiel die Festlegung von Messmethoden und Standards. Die Schweiz kann also nicht mitentscheiden, welche Daten künftig erhoben oder wie bestimmte Dienste ausgestaltet werden. Das wäre zum Beispiel gerade bei Themen wie Naturgefahren im Alpenraum interessant: Mit einer Mitgliedschaft könnte sie darauf hinwirken, dass Copernicus seine Daten stärker auf die Bedürfnisse der Alpen ausrichtet – etwa für die Beobachtung von Gletschern oder Bergbewegungen.

Millionen an entgangenen Aufträgen: Die fehlende Mitgliedschaft hat auch wirtschaftliche Folgen. Denn Copernicus vergibt Aufträge – etwa für Satellitentechnik oder für Firmen, die aus den Satellitendaten neue Anwendungen entwickeln. Schweizer Unternehmen und Forschungseinrichtungen dürfen sich an diesen Ausschreibungen grundsätzlich nicht beteiligen. Laut einer Studie im Auftrag des Bundes entgehen der Schweiz dadurch jährlich Aufträge im Wert von rund 35 Millionen Franken. Dabei geht es nicht nur um den Bau von Satelliten: Auch Softwarefirmen oder spezialisierte Unternehmen, die aus den Daten neue Produkte entwickeln, könnten davon profitieren.

So geht's weiter: Mit seinem Entscheid im Juni hat der Bundesrat einer Teilnahme an der Programmperiode 2028-2034 eine Absage erteilt. Voraussichtlich 2032 will er die Frage erneut prüfen. Das Parlament könnte diesen Entscheid allerdings noch beeinflussen: Zurzeit ist eine Motion hängig, die fordert, dass der Bundesrat rasch Verhandlungen für eine Teilnahme der Schweiz am EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus aufnimmt. Der Nationalrat hat dieser im Juni zugestimmt, nun muss der Ständerat darüber befinden.

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