«Still, zurückgezogen»: Anwohner beschreiben Schützen von Aarau

- Ein 43-jähriger Schweizer erschoss an einem Rave in Aarau eine 22-jährige Italienerin und verletzte sechs weitere Personen.
- Die Kantonspolizei Aargau ordnet den Angriff dem Szenario Amok zu; Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund oder Mithelfer liegen nicht vor.
- Der Beschuldigte, der in Montsevelier (JU) wohnte, stellte sich der Kantonspolizei Jura und schwieg bei der Einvernahme weitgehend.
Er galt als ausgesprochen verschlossen und kaum in das soziale Leben der kleinen Gemeinde eingebunden: Der 43-jährige Schweizer, der während einer Rave-Party in Aarau die 22-jährige Italienerin M. tötete sowie sechs weitere Personen verletzte, wohnte nach Angaben von RTS im jurassischen Montsevelier bei Delémont.
Zwei Dorfbewohner erzählten dem Sender, dass der Schütze seit rund einem Jahr eine Erdgeschosswohnung in einem Vierfamilienhaus gemietet habe. Am Montagmorgen, wenige Stunden nach seiner Festnahme auf dem Polizeiposten in Delémont, rückten Ermittler der Polizei Aargau mit mehreren zivilen Fahrzeugen an. Sie durchsuchten die Wohnung nach Spuren und möglichen Hinweisen - anschliessend wurde die Eingangstür versiegelt.
Polizei bewacht Montsevelier
Dass der mutmassliche Täter nur etwa 50 Meter von seinem Haus entfernt gewohnt habe und möglicherweise Waffen besessen habe, sei für ihn kaum zu fassen, erklärte der Anwohner.
Nach Angaben Staatsanwalt Christoph Rüedi gibt es Hinweise darauf, dass der Beschuldigte psychisch belastet sein könnte. Bestätigte Erkenntnisse oder eine medizinische Diagnose liegen der Staatsanwaltschaft bislang jedoch nicht vor. Auch das Tatmotiv ist weiterhin ungeklärt. Anhaltspunkte für einen extremistischen Hintergrund gebe es keine.
Auch am Mittwoch war die Polizei laut RTS in Montsevelier noch präsent. Ein Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei Jura wurde in den Strassen des Val-Terbi-Dorfes gesehen.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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