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Wednesday, October 7, 2026

Krise beim Bremer Flughafen: Bye, bye, Bremen – Bye, bye, Ryanair

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Ryanair streicht ab Sommer 2027 alle Flüge ab Bremen. Der Flughafen gerät noch mehr in Schieflage. Die Stadt fühlte sich vom Unternehmen erpresst.

R yanair wird nächsten Sommer nicht mehr vom Bremer Flughafen aus starten. Die bisherigen Verbindungen nach Malaga, Alicante, Zadar und auch die täglichen Flüge nach Mallorca und London sind ersatzlos gestrichen. Das wurde dem Flughafen Dienstagabend von Ryanair mitgeteilt. Einzig Mallorca wird auch von anderen Fluggesellschaften angeflogen. Die anderen Ziele entfallen erst mal ganz.

Dabei hatte der Flughafen, der seit Jahren vor sich hin krepelt, gerade noch vorsichtigen Optimismus verbreiten können. Ende September gab es die Erfolgsmeldung, die Lufthansa fliege von Bremen aus jetzt doch wieder Frankfurt an – zwar nur noch einmal statt fünfmal am Tag, aber immerhin: Bremen ist wieder verbunden mit Deutschlands wichtigstem Umsteigehub. Erst im Mai hatte die Lufthansa die Streichung verkündet, jetzt also der kleine Wiedereinstieg.

Zwischen den beiden Entscheidungen gab es „Gespräche“ zwischen Bremen und der Lufthansa. Was genau darin verabredet wurde, ist natürlich sehr, sehr geheim. Der Chef des Aufsichtsrats gibt nur zu Protokoll, dass es „keine Diskriminierung für Airlines“ gegeben habe, dass alle Angebote selbstverständlich für alle Fluglinien gälten. Nur nutzten natürlich nicht alle Airlines die großen Luftfahrt-Drehkreuze.

Das Regionalmagazin von Radio Bremen, „buten un binnen“, hatte zur Verkündung der Einigung Ende September noch Ryanairs Marketingchef zitiert: Entscheidend sei nun, dass am Standort Bremen für alle Marktteilnehmer die gleichen Bedingungen gelten. Man werde sich das Ergebnis der Verhandlungen genau ansehen. Eineinhalb Wochen später nun die Absage der weiteren Zusammenarbeit.

Fluggesellschaft stellte „nicht erfüllbare Forderungen“

Mit dem Ryanair-Aus fallen 400.000 Passagiere weg, etwa ein Fünftel aller Fluggäste, die jährlich über Bremen fliegen. Dabei hatte der Flughafen ohnehin schon ein großes Problem: Erst im September war bekannt geworden, dass er aktuell ein Defizit von 13 Millionen Euro mit sich herumträgt – und dabei jährlich 10 Millionen Euro Minus macht. Ein Sparmanager soll eingestellt werden. Geplant war bereits eine Insolvenz in Eigenverwaltung.

Die Kommunikation wird der Bremer Wirtschafts- und Häfensenatorin Kristina Vogt (Die Linke) und ihrem Staatsrat Kai Stührenberg überlassen, der Chef im Aufsichtsrat des Flughafens ist. Im Ressort findet man: Die Ryanair-Sache ist mit der Lufthansa-Geschichte nicht zu vergleichen.

„Nicht erfüllbare Forderungen“ habe die irische Fluggesellschaft gestellt, nahezu kostenfrei wolle man den Bremer Flughafen und seine Leistungen nutzen. Am Ende, sagt Stührenberg, hätte der Flughafen damit für jeden Flugpassagier fünf Euro draufzahlen müssen. „Das ist keine Preisverhandlung mehr, hier wird Marktmacht ausgespielt, und die Rechnung soll die öffentliche Hand zahlen“, kritisiert Häfensenatorin Vogt.

Man sei Ryanair weit entgegengekommen, sagt Vogt, „aber irgendwann ist die Grenze erreicht“. Zu einem geplanten Gespräch über das weitere Vorgehen kam es gar nicht mehr: Das hatte Ryanair schon am Montag kurzfristig abgesagt. Das Aus der Ryanair-Flüge im nächsten Sommer bedeutet laut Behörde einen Verlust von drei Millionen Euro; auf die Forderungen einzugehen, hätte aber sogar vier Millionen gekostet.

Über Bande wird Druck auf die Bundesregierung gemacht

Dass Ryanair sich über zu hohe Standortkosten beklagt, ist nicht neu; der Flughafen hat die meisten davon aber gar nicht in der Hand. Viele Abgaben und Steuern werden auf Bundesebene festgelegt. Dass nun Flughäfen wie Dortmund, Berlin oder auch Hamburg vom Unternehmen bestraft würden, hängt nicht nur mit Bedingungen an diesen Standorten zusammen – über Bande wird so Druck auf die Bundesregierung gemacht.

Tatsächlich hat Bremen schon während der Verhandlungen mit der Lufthansa an die Bundesregierung geschrieben und dort um eine kurzfristige Senkung der Flugsicherungsgebühren gebeten. Die Druck-weitergeben-Strategie funktioniert also auch, wenn sie von anderen Anbietern ausgeht.

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