Ausbau im Hochrhein – Eine deutsche Bahnstrecke – und Schaffhausen als Profiteur

Die Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen wird elektrifiziert und ausgebaut. Wie wichtig ist die Strecke für die Schweiz?
14.10.2026, 19:57
Das Dröhnen der dieselbetriebenen Regionalzüge auf der Bahnstrecke entlang des Hochrheins verschwindet schon bald. Seit diesem Frühling ist die rund 75 Kilometer lange Strecke zwischen Basel und Schaffhausen eine Grossbaustelle.
Besonders sichtbar ist das derzeit in Waldshut. «Wir haben im Prinzip alles abgeräumt auf dem Bahnhof. Die Gleise und die Bahnsteige wurden rückgebaut», sagt Ronald Heil, Projektleiter bei der Deutschen Bahn. Es entstehen mehrere neue Haltestellen, Dutzende Perrons werden umgebaut und insgesamt 130 Kilometer Fahrdraht installiert.
Schaffhausen wartet seit 20 Jahren
In Schaffhausen freut man sich besonders über den Ausbau. Denn die bestehende Verbindung nach Basel sei zwar schnell, sagt René Meyer, Leiter der kantonalen Koordinationsstelle öffentlicher Verkehr. Aber: «Die Bahnstrecke gibt es, sie ist auch schnell, aber sie ist unzuverlässig.» Das sei «Gift für den öffentlichen Verkehr. Pünktlichkeit ist das Zentrale».
Seit rund zwanzig Jahren drängt der Kanton deshalb auf den Ausbau. Den Abschnitt auf Schaffhauser Gebiet hat er bereits vor mehr als zehn Jahren elektrifiziert.
Der Ausbau ermöglicht ab Ende 2027 auch den neuen Hochrhein-Bodensee-Express. Er soll von Basel über Schaffhausen und Konstanz nach St. Gallen und weiter nach Herisau fahren – ohne Umweg über Zürich.
«Schaffhausen rückt auf dieser Achse eigentlich ins Zentrum», sagt Meyer. Der Kanton erhalte damit eine komfortablere Verbindung Richtung Basel und eine direkte Verbindung nach St. Gallen und Herisau. In den Hauptverkehrszeiten soll der zusätzliche Zug auf Teilen der Strecke zudem einen Halbstundentakt ermöglichen.
«Wir sind umzingelt von Deutschland»
Dass dafür vor allem in Deutschland gebaut werden muss, ist für Meyer nichts Aussergewöhnliches: «Wir sind in Schaffhausen umzingelt von Deutschland. Wir sind immer irgendwie mit einem Fuss in Deutschland. Für uns verschwindet diese Grenze im Alltag.»
Wie wichtig die Strecke für die Schweiz ist, zeigt auch die Finanzierung. Der Bund beteiligt sich mit 50 Millionen Franken am rund 400 Millionen Franken teuren Ausbau.
Für Mobilitätsexperte Widar von Arx zeigt das Projekt eine typische Herausforderung von Grenzregionen: «Die Leute orientieren sich nicht an der Landesgrenze.» Wohnen, Arbeiten und Freizeit spielten sich über Grenzen hinweg ab. Die Verkehrssysteme dagegen würden häufig national geplant, «und die Verkehrsmodelle hören an der Grenze auf».
Bei der Hochrheinbahn ist es nach jahrelanger Planung gelungen, diese Grenze zu überwinden. Und Schaffhausen dürfte davon besonders profitieren.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.