«Dachte, Anzeige sei kaputt»: Parkplatz-Wucher bei Swiss Indoors?

- Influencer Peter Bolliger hat an den Swiss Indoors in Basel 210 Franken für elf Stunden Parkieren bezahlt.
- Er parkierte im Parkhaus des Shopping-Centers St. Jakob-Park, dessen Tarife für Langzeitparker bewusst hoch sind.
- Die Veranstalter raten auf ihrer Homepage ab und empfehlen die P+R-Parkhäuser Leimgrube und Ruchfeld.
Die Swiss Indoors begeistern diese Tage zahlreiche Tennis-Fans mit Spitzen-Tennis vom Allerfeinsten. Auch Peter Bolliger war am Mittwoch in der Basler St. Jakobshalle zu Gast und genoss einen «unvergesslichen Tag» trotz eines sündhaft teuren Parktickets, das der Influencer während seines Aufenthalts beim Tennisturnier berappen musste.
«Die einzige Überraschung des Tages gab es allerdings im Parkhaus», schreibt Bolliger auf Linkedin. «Für elf Stunden Parkieren habe ich stolze 210 Franken bezahlt. Kein Witz. Ich dachte zuerst, die Anzeige sei kaputt.» Beim genaueren Hinschauen habe er gemerkt, dass die Preispolitik im Shopping-Center St. Jakob-Park eigentlich klar signalisiert werde. «Wenn man die Hinweise lesen würde, könnte man sich das sparen.»
Swiss Indoors: Parkieren im Shopping-Center nicht empfohlen
In der Tat weisen die Veranstalter auf der Turnierhomepage explizit darauf hin, am besten nicht beim Joggeli-Einkaufscenter das Auto stehen zu lassen. «Wir empfehlen den Besuchern der Swiss Indoors Basel, in der Zeit vom 24. Oktober bis 1. November 2026 nicht das Parkhaus des Shopping-Centers St. Jakob-Park zu benutzen, da die Preise für Langzeitparker hoch sind.»
Die Organisatoren geben sogar konkrete Alternativen an, um das Auto an einem günstigeren Ort parkieren zu können. Im Parkhaus der St. Jakobshalle Basel stehe eine begrenzte Anzahl Parkplätze zur Verfügung. «Die Besucher werden deshalb gebeten, bereits bei der Anreise der orangen P+R-Beschilderung zu den gebührenpflichtigen Parkhäusern Leimgrube und Ruchfeld im Dreispitz-Areal zu folgen.»
Preispolitik seit Jahren bekannt
Die Preispolitik ist kein Zufall und auch kein Novum. Schon im Vorjahr erklärte Daniel Zimmermann, Real Estate Area Director der
Wincasa AG, gegenüber 20 Minuten: «Die Tarife sind bewusst so festgelegt. Das Parkhaus des Shopping-Centers St. Jakob-Park ist für die Shopping-Center-Kundschaft gedacht. Deshalb sind die Tarife bis zu drei Stunden entsprechend tief und steigen bewusst erst nach der vierten Stunde an.»
Was hältst du von den hohen Parktarifen bei den Swiss Indoors?
Ein «durchschnittlicher» Shopping-Center-Besuch dauere erfahrungsgemäss weniger als vier Stunden, so der Verantwortliche weiter. «Das Parkhaus des Shopping-Centers St. Jakob-Park ist für die Kundschaft des Shopping-Centers gedacht. Um sicherzustellen, dass die Parkplätze für unsere Kundschaft frei bleiben, ist eine Steuerung über die Tarife während der Swiss Indoors notwendig. Die Erhöhung der Tarife ist also bewusst gewählt. Nur so kann die entsprechende Wirkung erzielt werden.»
Alle Besucherinnen und Besucher würden explizit darauf hingewiesen werden. «Plakate vor der Einfahrt sowie Stewards bei der Schranke, welche jedem einfahrenden Auto einen Flyer abgeben, informieren über die angepassten Tarife. Es ist jedem Besucher und jeder Besucherin möglich, das Parkhaus ohne Bezahlung direkt wieder zu verlassen», so Zimmermann. Bereits 2010 schrieb 20 Minuten von den hohen Parkpreisen im Parkhaus des Shopping-Centers St. Jakob-Park. Schon damals gab es die gleichen Preise. 20 Minuten titelte damals: «Parktarife für Millionäre».
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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