Sieg-"Pflicht" gegen Serbien: Jürgen Klopp droht bitterer Rekord als Bundestrainer

Jürgen Klopp will die Macht der Zahlen ausblenden. Ergebnisse sind für den Bundestrainer zum Start nicht so wichtig wie Erkenntnisse. In seinem dritten Spiel soll ein Negativrekord abgewendet werden.
Für Jürgen Klopp geht es im dritten Länderspiel als Bundestrainer nicht nur um einen Stimmungsaufschwung bei der Fußball-Nationalmannschaft, sondern auch um die Vermeidung eines Negativrekordes. Gelingt der DFB-Elf am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF und im Liveticker bei ntv.de) gegen Serbien in München erneut kein Sieg, dann ist Klopp der erste DFB-Cheftrainer, der keine seiner ersten drei Partien mit der Nationalmannschaft gewinnen konnte.
Für den 59-Jährigen stehen bislang das 1:1 in den Niederlanden und das 0:1 gegen Griechenland zu Buche. Der erste Sieg erst im dritten Spiel gelang zwei sehr prominenten Vorgängern. Sepp Herberger und Helmut Schön blieben wie Klopp in den ersten beiden Partien auf der Trainerbank der Nationalmannschaft ohne Erfolgserlebnis, schafften aber jeweils immerhin zwei Unentschieden.
Herberger und Schön holten noch Titel
Klopp kann also noch auf letztlich sehr erfolgreiche Bundestrainer verweisen. Unter Herberger gelang 1954 mit dem Wunder von Bern der erste WM-Titel, Schön ist bis heute der einzige Bundestrainer, der Welt- und Europameister wurde. Dem EM-Sieg 1972 folgte der WM-Titel 1974. Drei Siege in den ersten drei Spielen gelangen von Klopps zwölf Vorgängern im Amt nur Rudi Völler, Joachim Löw und Hansi Flick.
Klopp hatte nach der Niederlage beim Heimdebüt gegen Griechenland schon darauf verwiesen, dass ihm die Startstatistik mehr oder weniger egal ist. "Lieber ein schlechter Start als ein schlechtes Ende", sagte der 59-Jährige. Nach dem Spiel war, angestoßen von Bastian Schweinsteiger, eine Diskussion entbrannt, ob die deutsche Nationalmannschaft womöglich nur noch Fußball-"Mittelmaß" ist.
Stefan Effenberg warnt den Bundestrainer derweil vor einem Umschwung in der öffentlichen Meinung. "Er muss jetzt aufpassen: Sollte in den nächsten Spielen weiter keine Besserung eintreten, wird sich der Ton auch ihm gegenüber schnell verschärfen. Darauf muss er vorbereitet sein", schrieb Effenberg in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online. "Klopp weiß ganz genau: Die Öffentlichkeit verzeiht ihm mehr als einem anderen Trainer. Aber: An ihn werden auch größere Erwartungen gestellt als an andere Trainer", so Effenberg weiter.
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