Chef ertappt «kranken» Arbeiter als DJ – und feuert ihn fristlos

- Ein krankgemeldeter Angestellter aus Hannover könnte seinen Job definitiv verlieren, nachdem sein Chef ihn bei einem DJ-Auftritt im Nachtclub erwischte.
- Der Mann hatte sich wegen Bronchitis abgemeldet, doch sein Chef fotografierte ihn im Club und kündigte ihn fristlos.
- ChatGPT-Chats vom firmeneigenen PC belasten ihn zusätzlich: Er soll dort geschrieben haben, er sei «an sich gesund».
Ein Angestellter einer Autowerkstatt in Deutschland meldete sich wegen einer Bronchitis krank – nur Stunden später stand er als DJ in einem Nachtklub in Hannover. Dort traf er ausgerechnet auf seinen Chef. Der machte ein Foto und sprach die fristlose Kündigung aus, wie die «Bild» berichtet.
Der Mitarbeiter, der normalerweise am Empfang der Werkstatt arbeitet, wehrt sich dagegen mit einer Kündigungsschutzklage. Vor Gericht erklärte er, aus seiner Sicht habe er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein Termin am Arbeitsgericht Hannover am Dienstag blieb ohne Ergebnis.
Lohnforderungen nach dem Auffliegen
Anfangs soll der Anwalt des Chefs dem Angestellten laut heute.at aus Kulanz noch angeboten haben, die fristlose in eine ordentliche Kündigung umzuwandeln. Weil der Mann dann aber auch darauf bestand, bis zum Ende der Kündigungsfrist weiterhin seinen Lohn zu erhalten, zog der Leiter des Betriebs laut seinem Anwalt Björn Noirdmann das Angebot wieder zurück.
Wie beurteilst du es, wenn sich jemand krankmeldet und dann im Club arbeitet?
«Wenn man sich krankmeldet, kann man nicht in einem Nachtclub arbeiten. Vor allem nicht, wenn die Krankschreibung wegen einer Bronchitis erfolgt», so der Rechtsvertreter des Chefs zur deutschen Zeitung. Probleme könnten dem DJ auch ChatGPT-Protokolle machen, die der «Bild» vorliegen: Der Angestellte nutzte den KI-Bot offenbar auf seinem Arbeits-PC und hatte sich dort nicht ausgeloggt.
DJ zu ChatGPT: «Bin an sich gesund»
«Ich bin an sich gesund», zitiert die Zeitung die Chatverläufe. Dann führte der Angestellte aus, dass er den «psychischen Stress und den Druck» nicht wolle. Weiter soll er den KI-Bot auch um Tipps gefragt haben, nachdem er bereits von seinem Chef im Nachtclub erwischt worden war. Eine Entscheidung im Rechtsstreit soll Anfang 2027 fallen.
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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