IBM Bob: COBOL trifft KI – ohne Umweg über die Cloud
Um Jahrzehnte alte COBOL-, RPG- oder Java-Programme schneller und besser verstehen und modernisieren zu können, hat IBM Anfang Juli Premium-Pakete für Bob auf IBM Z und IBM i sowie für die Java-Modernisierung vorgestellt. Das Manko: Bei der Nutzung externer Modelldienste können Code und Anwendungskontext an deren Anbieter übertragen werden.
Dank der jetzt vorgestellten neuen Option können Unternehmen ihre Software nun aber KI-gestützt entwickeln und modernisieren, ohne dass sensible Details wie Code, Daten oder Arbeitsabläufe ihre kontrollierte Infrastruktur verlassen müssen – sofern auch die verwendeten Modelle innerhalb dieser Infrastruktur betrieben werden. Damit können Unternehmen die KI-gestützte Entwicklung von Software in On-Premises-, Private-Cloud-, Sovereign-Cloud- und Air-Gapped-Umgebungen durchführen, in denen sie die Kontrolle haben.
Compliance: Kontrolle der KI-Systeme
Organisationen, die mit sensiblen Quellcodes, regulierten Daten oder geschäftskritischen Infrastrukturen arbeiten, unterliegen häufig strengen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, die ihre Möglichkeiten zur Nutzung öffentlicher KI-Plattformen einschränken können. Für viele Organisationen, insbesondere in regulierten Branchen, erfordert die Einführung von KI die Kontrolle darüber, wo die KI ausgeführt wird, auf welche Daten KI zugreifen kann und wie KI-Systeme gesteuert werden.
Die eigenbetriebene Bereitstellungsoption von Bob kann den KI-Einsatz auf die vom Kunden verwaltete Infrastruktur beschränken. Sie wurde speziell für Organisationen entwickelt, die eine größere Kontrolle über Datenresidenz, Sicherheitsrichtlinien, KI-Governance und Softwareentwicklungs-Workflows benötigen. Im Gegensatz zu vielen KI-basierten Coding- und Softwareentwicklungs-Tools, die Unternehmen dazu veranlassen können, Daten an externe Dienste zu übertragen, ermöglicht die Self-Hosted-Version von Bob den Einsatz von KI-gestützter Softwareentwicklung und Modernisierung in denjenigen Umgebungen der Unternehmen, in denen sich auch ihr Code, ihr Anwendungskontext und ihre Daten befinden.
Indem KI zu den Daten gebracht wird, anstatt Daten zur KI zu verlagern, lässt sich die Vertraulichkeit besser wahren. Unternehmen können unterstützte Modelle lokal ausführen, auch in abgeschotteten Umgebungen, sofern die nötigen Nutzungsrechte und Betriebsressourcen vorliegen. Alternativ können sie Bob mit unterstützten externen Modelldiensten über hybride Konfigurationen verbinden.
Bob als Entwicklungsumgebung für Legacy-Code
Bob ist eine KI-native IDE und ein agentenbasierter Partner für das Software Development Lifecycle (SDLC). Bob baut unter anderem auf Funktionen des watsonx Code Assistant auf und wurde speziell für die kollaborative Mensch-KI-Paarprogrammierung (Pair Programming) in Unternehmen entwickelt. Das Tool basiert auf VS Code und ist darauf ausgelegt, Entwickler als digitaler „Driver“ oder „Navigator“ bei komplexen Softwareprojekten zu unterstützen – nicht nur auf IBM-i-Systemen, sondern auch auf dem Mainframe.
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