Es ist wieder Winterzeit – So meistert ein Uhrenmuseum die Zeitumstellung

Es tickt, schlägt und klingelt auf zwei Etagen. Im Zürcher Uhrenmuseum zum Rösli ist die Zeit hörbar. Zwischen historischen Tisch-, Wand- und Standuhren arbeitet Anny Weber. Die 23-Jährige hat ihre Uhrmacherlehre 2023 in Grenchen abgeschlossen. Heute kümmert sie sich um die Schätze des Museums.
Wenn die Zeit zurückgedreht wird
In der Nacht auf Sonntag wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Für viele bedeutet das: eine Stunde länger schlafen. Doch wie läuft die Zeitumstellung in einem Museum mit rund 500 Uhren ab? Muss Anny Weber dafür Überstunden machen?
«Ganz so dramatisch ist es nicht», entwarnt die Uhrmacherin. «Da die Zeitumstellung bereits 1981 eingeführt wurde, muss ich glücklicherweise nicht alle Uhren umstellen.»
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Bild 1 von 3. Die Sammlung von Marta Gisler ist hauptsächlich Schweizer Uhrmachern gewidmet. Bildquelle: Uhrenmuseum zum Rösli.
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Bild 2 von 3. Die Ausstellung im Uhrenmuseum zum Rösli umfasst rund 500 Uhren aus den Jahren 1450 bis 1950 … Bildquelle: SRF zvg.
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Bild 3 von 3. ... und umfasst eine grosse Anzahl an Holzräder- und Eisenuhren. Bildquelle: Uhrenmuseum zum Rösli.
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Bei älteren Modellen war die Zeitumstellung ursprünglich noch nicht berücksichtigt. Im Museum lässt sich das Problem pragmatisch lösen: «Da wir die Uhren ohnehin mehrmals täglich in die Hand nehmen und kontrollieren, stellen wir sie gleichzeitig zurück.» Dafür werden sie angehalten und nach einer Stunde wieder in Gang gesetzt.
Alte Uhren brauchen Fingerspitzengefühl
Gerade bei älteren mechanischen Wand- und Pendeluhren ist Vorsicht geboten. «Man sollte nicht einfach die Zeiger zurückdrehen», warnt die Uhrmacherin. Wenn etwas klemmt oder Widerstand spürbar ist, kann dabei etwas kaputtgehen.
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Bild 1 von 3. Die Mechanik antiker Uhren muss sehr sorgfältig angegangen werden. Bildquelle: SRF zvg.
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Bild 2 von 3. Sie ist meistens sehr komplex und benötigt Fingerspitzengefühl. Bildquelle: SRF zvg.
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Bild 3 von 3. Zudem waren die kleinen Kunstwerke noch nicht auf eine Zeitumstellung ausgerichtet. Bildquelle: SRF zvg.
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Auch jahrhundertealte Uhren darf man anfassen – aber mit Bedacht. Jede Veränderung greift in die Mechanik ein und will gut überlegt sein. Es ist ein Handwerk, das Geduld und Respekt vor der Geschichte verlangt.
Mir gefällt es, Uhren zu warten, damit man möglichst lange Freude daran haben kann.
Und wie ist es, wenn rundherum die Uhren gleichzeitig schlagen? Im Museum erklingt mehrmals täglich ein regelrechtes Uhren-Orchester. Manche Zeitmesser melden sich sogar jede Viertelstunde. Stört das nicht? Weber lacht: «Ich höre es gar nicht mehr.»
Leidenschaft für Langlebigkeit
Was sie an ihrem Beruf fasziniert? Die Mechanik, die Komplikationen und die Frage, wie so etwas überhaupt funktionieren kann. Es ist die Verbindung aus Präzision, Technik und Geschichte, die sie begeistert: «Mir gefällt es, Uhren zu warten, damit man möglichst lange Freude daran haben kann.»
Vielleicht gehört genau das zu ihrer Arbeit: sich in eine Welt voller Zahnräder, Zeiger und Klänge zu vertiefen. Während sich draussen die Zeit mit einer Stunde Unterschied bemerkbar macht, sorgt Anny Weber drinnen dafür, dass die alten Uhren ihren Takt behalten.
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