«Bringt nichts, auf Leute draufzutreten, die schon am Boden sind»

Darum gehts
- Der FC Thun verliert in der Conference League im Visana Stadion 0:1 gegen Hajduk Split.
- Der eingewechselte Noah Christoffersson verfehlt in der 73. Minute kläglich das verwaiste Tor.
- Trainer Gianluca Privitelli nimmt den Schweden in Schutz: «Keine Vorwürfe an ihn, so etwas kann passieren.»
Bräuchte man ein Spiel, um die Diskrepanzen zwischen der Ausgabe 2026/2027 des FC Thun und derjenigen aus der vergangenen Meistersaison zu illustrieren, so würde sich das 0:1 der Berner Oberländer gegen Hajduk Split in der Conference League gut anerbieten.
Mit Ausnahme einer etwas wackligen Startphase hält Thun gegen den Tabellenführer der kroatischen Liga und dessen zahlreiche und lautstarke Fans im Visana Stadion gut dagegen. Mehr noch. Thun ist sogar in vielen Phasen des Spiels die aktivere Mannschaft mit den besseren Torchancen. Doch purzelten die Tore im Meisterjahr oft mit einer teils unerklärlichen Leichtigkeit ins Netz der Thuner Gegner, scheitert der Schweizer Meister gegen Split gleich zweimal unfassbar fahrlässig vor dem gegnerischen Kasten.
Verpasst in der ersten Halbzeit noch der österreichische U-21-Nationalstürmer Furkan Dursun eine ausgezeichnete Gelegenheit auf einen Torerfolg, so ist es in der 73. Minute der eingewechselte Noah Christoffersson, der kläglich das verwaiste Tor verfehlt. Am Ende sind es genau solche Fehlschüsse, die Thun Punkte und Prämien in Europa kosten.
Privitelli und Roth nehmen Christoffersson in Schutz
«Er ist im Moment noch nicht bei uns. Er kommt aus dem hohen Norden und seine Familie reiste erst vor Kurzem hierher. Noah muss sich noch einleben und braucht noch etwas Zeit. Keine Vorwürfe an ihn, so etwas kann passieren», nimmt Thuns Trainer Gianluca Privitelli seinen unglücklichen schwedischen Schützling in Schutz.
Privitelli führt aus, er werde Christoffersson wegen dessen Lapsus nun sicher nicht verdammen. «Der Mensch ist mir wichtig. Es bringt nie etwas, auf Leute draufzutreten, die schon halb am Boden sind», sagt der Lustrinelli-Nachfolger. Man werde nun durch Training und die Spielanalysen versuchen, besser zu werden.
Von seinen Teamkollegen erhält der 1,90-Meter-Hüne ebenfalls aufmunternde Worte. «Es ist wichtig, dass wir ihn aufnehmen. Er ist noch nicht lange da, wir müssen schauen, dass er sich wohlfühlt», sagt Justin Roth über Christoffersson, der im September für kolportierte 1,8 Millionen Euro vom schwedischen Verein Örgryte IS nach Thun wechselte. Roth: «Letztes Jahr war das bei Ibayi und Rastoder gleich, plötzlich haben sie den Knopf geöffnet – ich hoffe, das passiert bei ihm auch.»
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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