Ihre Anfragen im Faktencheck – 5 Technik-Fails – von der Panta Rhei bis zur Hochrheinbrücke

Eine Brücke wird von beiden Ufern aus gebaut. Das Problem: Die Brückenelemente sind falsch ausgerichtet und kommen in der Mitte nicht zusammen. Ratlose Bauarbeiter und Ingenieure fragen sich, wie das passieren konnte. Ein User fragt: Ist das Bild echt?
Das Bild ist eine Illustration und zeigt keinen realen Planungsfehler. Es existiert in mehreren Varianten und in unterschiedlich guter Qualität. Es stammt ursprünglich von der Zurich American Insurance Company, einer Tochterfirma der schweizerischen Zurich Insurance Group. Gemäss der US-amerikanischen Faktencheck-Plattform Snopes existiert die Illustration mindestens seit 2007.
Ganz unrealistisch ist ein solches Szenario aber nicht. Hier kommen fünf echte Planungs- und Konstruktionsfehler:
Zu niedrig: Hochrheinbrücke Laufenburg
Für die Höhenberechnung orientiert man sich in der Schweiz am Mittelmeer, in Deutschland hingegen an der Nordsee. Macht 27 Zentimeter Unterschied. Alles klar? Eigentlich schon. Nur: Man hat auf Schweizer Seite das Niveau um 27 Zentimeter gesenkt statt angehoben. Ergibt einen Höhenunterschied von 54 Zentimetern. Entdeckt wurde der Fehler im Dezember 2003, die Eröffnung fand wie geplant am 17. Dezember 2004 statt.
Zu schwer: Panta Rhei, Zürichsee
Das Flaggschiff der Zürichsee-Flotte sorgte bald nach der Vorstellung und Jungfernfahrt am 26. März 2007 für Ärger: Die Panta Rhei verursachte übermässigen Wellengang. Später stellte sich heraus, dass das Schiff deutlich zu schwer war. Das Schiff wurde später mit seitlichen Auftriebskörpern, einem vergrösserten Bugwulst und einer Heckverlängerung ausgestattet. Um den ehemaligen «Pannendampfer» ist es in den letzten Jahren ruhiger geworden.
Zu chaotisch: Flughafen Berlin
Wo soll man nur anfangen? Vielleicht mit dieser Medienmitteilung zu einem von sechs verschobenen Eröffnungsterminen: «Technische Probleme bei der Brandschutztechnik». Es folgten viele weitere Schwierigkeiten mit Bauteilen, Verkabelungen, der Dokumentation und nicht zuletzt der Projektorganisation. Statt 2011 eröffnete der BER 2020. Statt zwei kostete der Flughafen mindestens sechs Milliarden Euro.
Zu heiss: Wolkenkratzer 20 Fenchurch Street, London («Walkie-Talkie»)
Das eigenwillige Gebäude sorgte während der Bauarbeiten im Sommer 2013 nicht nur wegen seiner Ästhetik für Diskussionen. Die konkav gekrümmte Glasfassade bündelte Sonnenstrahlen, die auf den umliegenden Strassen Gegenstände ansengten oder schmolzen. Besonders heftig traf es einen parkierten Jaguar, dessen Rückspiegel, Armaturenbrett und Karosserie arge Schäden davontrugen. Laut einer Untersuchung des Imperial College hätten die Strahlen auch für Menschen gefährlich werden können.
Zu wild: Tacoma Narrows Bridge, Washington State, USA
Die Brücke wurde am 1. Juli 1940 eröffnet und stürzte am 7. November 1940 ein. Was war passiert? Bereits während des Baus versetzte Wind die Hängebrücke in starke Schwingungen, was ihr den Übernamen «Galloping Gertie» eintrug. Der Einsturz der schlanken, zu wenig winddurchlässigen Konstruktion bewirkte grundlegende Veränderungen im Brückenbau bezüglich aerodynamischer Stabilität und Verwindungssteifigkeit.
Tacoma Bridge Collapse, British Pathé 1940
Sind Bilder wirklich im Zusammenhang mit einem News-Ereignis entstanden oder zweckentfremdet worden? Ist das süsse Tiervideo aus dem Gruppenchat echt? Und stammt dieses Zitat wirklich von einer Politikerin?
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