Kreml begründet Schlag gegen Nestlé mit Schweizer Politik

- Russland hat die Russland-Geschäfte von Nestlé unter Zwangsverwaltung gestellt.
- Kreml-Sprecher Dmitri Peskow begründet dies damit, dass die Schweiz auf der Liste der «unfreundlichen Staaten» steht.
- Nestlé betreibt in Russland sechs Fabriken; Analysten schätzen den Wert der Russland-Geschäfte auf bis zu 1,7 Milliarden Franken.
Nestlé verliert die Kontrolle über einen Teil seines Russland-Geschäfts. Auch die französische Einzelhandelskette Auchan ist von der Massnahme betroffen. Grund für die Zwangsverwaltung ist, dass Frankreich und die Schweiz auf der offiziellen Liste der «unfreundlichen Staaten» der russischen Regierung stehen, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitagmittag bekannt gab.
«Nestlé ist entschlossen, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um seine Rechte zu wahren und die Kontinuität des Geschäftsbetriebs im Interesse aller Beteiligten, insbesondere seiner Mitarbeiter, sicherzustellen», teilte das Unternehmen in Vevey am Genfersee mit.
Russische Firma übernimmt
Nestlé produziert in Russland an sechs Standorten unter anderem Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter. Am Konzernumsatz von heute gut 89 Milliarden Franken machte das Geschäft in Russland vor der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 etwa zwei Prozent aus. Analysten schätzten den Wert der Geschäfte in Russland auf umgerechnet bis zu 1,7 Milliarden Franken.
Betroffen von der Zwangsverwaltung sind Nestlé Russia und Nestlé Kuban. Das steht in einem Präsidialdekret vom Donnerstag. Die Anteile verwaltet neu die russische Firma L.E.V. Management.
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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