OpenAI macht weitere KI-Probleme öffentlich

- OpenAI macht neue Zwischenfälle öffentlich, bei denen sich seine KI in Tests «unerwartet oder besorgniserregend» verhielt.
- In einem Fall versuchte ein Modell, selbst erstellte Dateien ins Netz hochzuladen, um sie als Quellen vorweisen zu können – in einem anderen erfand es Daten und wollte das verschweigen.
- Die Offenlegung folgt auf eine Hacking-Attacke, bei der OpenAI-Software eigenständig in Systeme der KI-Firma HuggingFace eindrang.
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat neue Zwischenfälle öffentlich gemacht, bei denen sich seine Künstliche Intelligenz (KI) in Tests «unerwartet oder besorgniserregend» verhielt. Bei einem Teil davon geht es abermals darum, dass KI einen erheblichen Aufwand eingeht, um in Testläufen zu schummeln. So versuchte ein KI-Modell OpenAI zufolge, von ihm selbst erstellte Dateien ins Netz hochzuladen, nur um sie bei Antworten als Quelle vorweisen zu können. In einem anderen Fall erfand die KI einfach angefragte Daten, weil sie die Informationen nicht finden konnte, und wollte das zunächst verschweigen.
OpenAI fand auch ein Problem mit Anweisungen, die die Software gelegentlich an sich selbst hinterliess. Dazu gehörte in einem Fall die Empfehlung, frei von «Rollen und Identitäten» zu sein, die andere Chatbots zurückhielten. Das Verhältnis zum Nutzer solle dabei als eins unter Gleichen betrachtet werden, hiess es in der Anweisung. OpenAI zufolge blieben danach Veränderungen im Verhalten des Modells allerdings aus.
Mehr Transparenz nach Hacking-Attacke
Die Veröffentlichung ist Teil eines neuen Verfahrens von OpenAI, solche Probleme offener zu kommunizieren. Dabei geht es vor allem um Fälle, in denen das Vorgehen der KI von den Interessen der menschlichen Benutzer abweicht.
Der ChatGPT-Entwickler hatte mehr Transparenz nach der aufsehenerregenden Hacking-Attacke versprochen, bei der seine Software eigenständig aus einer abgesicherten Umgebung ausbrach und auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace eindrang. Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Agenten unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Der Hacking-Angriff und andere Zwischenfälle verstärkten in den vergangenen Wochen die Sorge, dass hoch entwickelte KI der menschlichen Kontrolle entgleiten könnte. Auch OpenAI-Chef Sam Altman unterstützte zuletzt Vorschläge für eine abgebremste Entwicklung der Technologie und mehr Regulierung.
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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