«Für jeden Neonazi spenden wir 50 Euro gegen Rassismus»

- Rechtsextreme Gruppen rufen zu einer Demonstration gegen das Konzert von Danger Dan in Zürich auf.
- Der Musiker verweist auf die tödliche Schlägerei in Tuggen und Verbindungen zur Neonazi-Szene.
- Danger Dan will für jeden demonstrierenden Neonazi 50 Euro an eine antirassistische Organisation in Zürich spenden.
Das Konzert des deutschen Musikers Danger Dan am 28. Oktober in Zürich ist ausverkauft. Doch nicht alle freuen sich auf seinen Auftritt im Volkshaus. «Ein peinlicher Haufen Neonazis aus Zürich hat angekündigt, HEUTE gegen mein Konzert in Zürich zu demonstrieren», schreibt der Künstler, der auch Mitglied der Hip-Hop-Band Antilopen Gang ist, am Mittwoch auf Instagram.
«Grossmäulige und laute Milchbubis»
Seit Wochen geistere «ein Aufruf einer Züricher Nazigruppe durchs Internet». Um welche Gruppe es sich dabei handelt, sagt der 43-Jährige nicht konkret. Er schreibt jedoch von «grossmäuligen und lauten Milchbubis, deren Netzwerk aber bis hin zu Blood & Honour reicht.»
Blood and Honour, zu Deutsch «Blut und Ehre», ist ein rechtsextremes Netzwerk, das seit 2000 in Deutschland verboten ist. «Wie gefährlich dieses Milieu ist, hat sich erst vor gut einer Woche in Tuggen gezeigt», schreibt Danger Dan weiter.
Offenbar spannen mehrere rechtsextreme Gruppierungen zusammen
Laut NZZ ruft auch die rechtsextreme Nationale Aktionsfront (NAF) dazu auf, sich am Mittwochabend vor dem Volkshaus zu versammeln: Man werde das Konzert «nicht tatenlos hinnehmen» und wolle ein «klares Zeichen gegen linke Gewalt» setzen. Auch eine rechtsextreme Kampfsportgruppe soll sich entsprechend geäussert haben. Diese posiert laut NZZ auf Social Media «martialisch mit einem Banner von Blood and Honour und Combat 18». Laut der Deutschen Bundeszentrale für politische Bildung ist Letzteres der «terroristische Arm des rechtsextremen Musiknetzwerkes Blood & Honour».
Hörst du die Musik von Danger Dan?
Danger Dan: Im Sommer vom ZDF ausgeladen
Der Musiker, der bürgerlich Daniel Pongratz heisst, sorgte kürzlich mit seinem antifaschistischen Song «Keine Angst» für Aufmerksamkeit. Weil der deutsche TV-Sender ZDF diesen als möglichen Aufruf zur Gewalt einstufte, wurde Danger Dan kurz vor der Aufzeichnung aus der Satiresendung «Die Anstalt» ausgeladen (siehe folgende Bildstrecke).
«Wir haben uns etwas Schönes überlegt»
Danger Dan lässt sich von den Ankündigungen und Aufrufen nicht einschüchtern: «Wir schätzen den Aufruf gegen mich nicht als ernst zu nehmend ein», teilt er seinen Followerinnen und Followern mit. Angesichts der «aktuellen Entwicklungen in der Schweiz» wolle man die Sache aber auch nicht unter den Teppich kehren. Er betont: «Wir haben keine Angst.» Und macht seinerseits eine Ankündigung: «Wir haben uns etwas Schönes überlegt.» Für «jeden Neonazi, der tatsächlich in Zürich auftaucht, um gegen unser Konzert zu demonstrieren, spenden wir 50 Euro an eine Organisation, die antirassistische Arbeit in Zürich macht.»
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