Asllani: "Es waren keine einfachen Wochen"
Hoffenheims Stürmer Fisnik Asllani ist nach seinem problematischen Sommer wieder voll im Saft und genießt europäisches Rampenlicht - statt der Couch.

Es geht wieder vorwärts beim Hoffenheims Offensivmann Fisnik Asllani. IMAGO/DeFodi Images
An diesem Mittwoch feiert Christian Ilzer seinen 49. Geburtstag. Im Training musste der Cheftrainer deshalb den üblichen Spielertunnel durchlaufen, "jeder durfte mal hauen, der eine mehr, der andere weniger", verriet Fisnik Asllani. "Du mehr", flachste das Geburtstagskind, das sich grundsätzlich "immer Herausforderungen wünscht, aber beim Gefühl der aktuellen Herausforderung sollte ich meinen Mund nicht zu voll nehmen, denn da habe ich genügend."
Denn nach dem Lichtblick in Gladbach kommen mit Olympique Lyon am Donnerstag in der Europa League und mit Bayer Leverkusen am Sonntag in der Liga gleich die nächsten Brocken auf seine noch nicht gefestigte Mannschaft zu. "Es wartet die nächste Europacup-Nacht, wieder ein großer Gegner, Frankreichs Tabellenführer, das spricht schon für sich, auch in der Europa League haben sie beide Spiele gewonnen", so Ilzer. "Wir haben Respekt vor einer Mannschaft, die sich taktisch sehr flexibel zeigt, die aber auch viel Physis mitbringt, sehr schnelle Spieler und große Bereitschaft hat, das macht sie zu einem unangenehmen, starken Gegner."
Die nächsten TSG-Spiele
Womöglich genau das Kaliber, das Hoffenheim zum weiteren Aufrichten jetzt braucht, jedenfalls scheint es die geringere Erwartungshaltung zumindest mental der TSG etwas leichter zu machen. Asllani jedenfalls freut sich "extrem auf europäische Nächte, das sind Spiele, die man sich früher auf der Couch geschaut hat", erinnert sich der 24-Jährige, der sich noch nicht allzu lange auf höchstem Niveau beweisen kann.
Nachfragen zu Leipzig umdribbelt Asllani elegant
Eigentlich sind Tore das tägliche Brot des Stürmers, doch das erste im Europapokal, das er in der Vorwoche gegen Besiktas Istanbul erzielte, war dann doch ein besonderes. Gerade vor dem Hintergrund des für Asllani extrem problematischen Sommers, in dem sein Traum vom nächsten Karriereschritt wegen medizinischer Bedenken in Leipzig über Nacht geplatzt war. "Es waren keinen einfachen Wochen, und trotzdem habe ich immer versucht, Vollgas zu geben, ob im Gym oder wo auch immer", versichert der Leidgeprüfte, der konkrete Nachfragen zu der Leipziger Entscheidung elegant umdribbelt. "Ich bin in erster Linie sehr froh, wieder auf dem Platz zu stehen, das ist das beste Gefühl, gerade wenn man aus einer schwierigen Phase kommt."
Der vereitelte Transfer hatte ihn wichtige Vorbereitungszeit gekostet und das verzögerte Comeback die Zweifel an Asllanis Leistungsfähigkeit genährt. Doch mittlerweile steht der kreative und torgefährliche Angreifer wieder voll im Saft und auch in der derzeit engen Taktung wieder regelmäßig in der Startelf, zuletzt dreimal in einer Woche. Dabei verbuchte Asllani zwei Assists, ein Tor, einen Lattenschuss und stetig ansteigende Form.
"Mein Körper fühlt sich sehr gut an"
"Ich fühle mich sehr gut, mein Körper fühlt sich sehr gut an, die Wochen, die ich gefehlt habe, habe ich sehr gut nachgeholt, das haben wir sehr gut nachgearbeitet mit dem ganzen Team. Es wurde sich gut um mich gekümmert", betont der Combacker, der nun nach dem Sieg in Gladbach auch in der Europa League punkten will: "Wir hatten in jedem Spiel gute Phasen, auch in denen, die wir verloren haben. Das gibt einem das Gefühl, dass man gegen jede Mannschaft bestehen kann. Es geht jetzt darum, dass wir das noch länger, am besten über 90 Minuten auf die Bühne bringen können", so Asllani. "Ich hoffe, wir bringen auch gegen Lyon eine gute Leistung, dann erhöht sich die Chance, dass wir die drei Punkte hier behalten können."
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