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Tuesday, August 25, 2026

Wegen EU-Regel: Swiss warnt vor noch längeren Schlangen im Herbst

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  • Ab Herbst drohen an europäischen Flughäfen noch grössere Passagier-Rückstaus, weil die Ausnahmeregelung beim neuen EU-Einreisesystem EES ausläuft.
  • Die Swiss rechnet laut «NZZ» mit deutlich spürbaren Auswirkungen auf Passagiere, weil Reisende von ausserhalb des Schengenraums dann zwingend biometrische Daten erfassen lassen müssen.
  • Der Schweizer Bund hat bereits zweimal zu einem runden Tisch geladen und fordert von der EU eine Verlängerung der Übergangsregelung.

Die langen Wartezeiten bei den Passkontrollen an Europas Flughäfen diesen Sommer könnten nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf das, was in den Herbstferien bevorsteht. Die Swiss befürchtet, dass dann das eigentliche Chaos droht, wie die «NZZ» berichtet.

Seit April ist die neue EU-Einreiseregelung vollständig in Kraft. Das sogenannte Entry/Exit-System (EES) sieht von Personen ausserhalb des Schengenraums die einmalige Erfassung von biometrischen Daten wie Fingerabdrücken und Gesichtsbildern vor. Die EU verspricht sich davon langfristig sicherere und beschleunigtere Grenzkontrollen.

Bis Ende August dürfen die Grenzschützer bei grossem Andrang die biometrische Erfassung vorübergehend aussetzen. In den Herbstferien gilt diese Ausnahmeregelung nicht mehr. «Mit Blick auf die Herbstferien gehen wir davon aus, dass die Auswirkungen auf unsere Passagiere und damit auch auf uns deutlich spürbarer werden», sagt ein Swiss-Sprecher zur «NZZ».

Für Schweizerinnen und Schweizer ändert sich durch das neue System nicht wirklich etwas am Prozedere – die Schweiz ist Teil des Schengenraums. Doch auch sie sind vom Rückstau betroffen, wenn Menschen von ausserhalb des Schengenraums an der Passkontrolle erstmals ihre biometrischen Daten erfassen lassen müssen.

Swiss-Flieger können sich verspäten

Menschen mit Schweizer Pass können die Wartezeit umgehen, indem sie zur selbstständigen elektronischen Passkontrolle wechseln. Doch wenn das alle tun, kommt es auch dort zum Stau.

Die Swiss-Sprecherin Anja Beeler sagt auf Anfrage von 20 Minuten, es sei nicht verlässlich voraussagbar, wie lange Passagiere im Herbst an den Grenzkontrollen warten müssen. Entscheidend seien die verfügbare Infrastruktur und ausreichende personelle Ressourcen.

Die Airline arbeite mit ihren Partnern an Massnahmen, um längere Wartezeiten und deren Auswirkungen bestmöglich abzufedern. So habe die Swiss bereits die Mindestumsteigezeit für betroffene Transferpassagiere von 40 auf 50 Minuten erhöht. Vereinzelt könnten Passagiere ihren Anschlussflug trotzdem nicht rechtzeitig erreichen. «In einzelnen Fällen warten wir deshalb auf betroffene Gäste und nehmen dafür eine Verspätung in Kauf», sagt Beeler.

Für die Ankunft am Flughafen gelte weiterhin die reguläre Empfehlung von zwei Stunden bei Kurzstreckenflügen und drei Stunden bei Langstreckenflügen.

Scharfe Kritik aus der Branche

Die Reisebranche hatte bereits im Vorfeld vor langen Warteschlangen gewarnt. Ryanair-Chef Michael O’Leary bezeichnete das System als fehlkonstruiert.

Was hältst du von den drohenden Wartezeiten an den Flughäfen in den Herbstferien?

Der Bund hat wegen des Problems bereits zweimal zu einem runden Tisch geladen. Ausserdem fordert das Staatssekretariat für Migration zusammen mit neun weiteren Schengen-Staaten von der EU eine Verlängerung der Übergangsregelung, wie die «NZZ» weiter schreibt.

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Fabian Pöschl

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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