Rückschlag für Journalist – Zürcher Staatsanwaltschaft erhebt Klage gegen Vincenz-Aufdecker

- Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Wirtschaftsjournalisten Lukas Hässig erhoben, der mit einer Artikelserie den Fall Pierin Vincenz ins Rollen gebracht hatte.
- Dass er vor Gericht muss, gab Hässig selber in einem Artikel auf Inside Paradeplatz bekannt.
- Der Wirtschaftsjournalist war bis vor das Bundesgericht gezogen, um den Gerichtsprozess zu verhindern, allerdings ohne Erfolg.
Auch die Staatsanwaltschaft wollte eigentlich keine Anklage gegen Lukas Hässig erheben. Sie hatte das Verfahren gegen ihn im Dezember 2025 eingestellt.
Beat Stocker, der Kompagnon des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz, hat jedoch Einsprache dagegen erhoben und gewonnen. Das geforderte Strafmass wird die Staatsanwaltschaft erst beim Prozess bekannt geben.
Stocker zeigte Hässig an, weil dieser in der Berichterstattung rund um die mutmasslichen Verfehlungen von Pierin Vincenz seine Privatsphäre verletzt sah. Im Juni 2025 gab es in Hässigs Büro und in seinem Zuhause deshalb eine Hausdurchsuchung.
Urteil gegen Vincenz wird im Januar eröffnet
Der Monsterprozess vor dem Zürcher Obergericht gegen Vincenz, Stocker und weitere Beschuldigte ist nach wie vor hängig. Das Urteil wird erst am 11. Januar 2027 eröffnet. Vincenz und Stocker sollen sich heimlich an Firmen beteiligt und anschliessend dafür gesorgt haben, dass diese Unternehmen durch die Raiffeisen-Bank oder die Kreditkartenfirma Aduno aufgekauft wurden.
Bei Aduno war Stocker als Geschäftsführer und Vincenz als Verwaltungsratspräsident tätig. Durch dieses Vorgehen sollen die beiden Gewinne in Millionenhöhe eingestrichen haben. Zudem sollen sie private Auslagen wie Besuche in Cabarets und Stripclubs als Spesen abgerechnet haben.
Das Bezirksgericht Zürich hatte die beiden in erster Instanz zu unbedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Vincenz erhielt drei Jahre und neun Monate, Stocker gar vier Jahre.
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