Nach tödlichem Unfall droht Pferdekutschen in New York das Aus

Der 18-jährige Tourist Romanch Mahajan starb im Juni bei einem Unfall mit einer durchgegangenen Pferdekutsche im Central Park. Nun haben sich Bürgermeister Zohran Mamdani und Stadtratspräsidentin Julie Menin auf einen Gesetzesentwurf geeinigt: «Romanch’s Law» soll Pferdekutschen in New York ab 1. Juni 2028 verbieten. Der City Council soll am 22. Oktober darüber abstimmen. Die Vorlage hat laut CNN und ABC News bereits 29 Mitunterzeichnende und damit eine Mehrheit im 51-köpfigen Parlament.
Das Verbot ist noch nicht definitiv, würde aber das Ende einer über 150 Jahre alten Tradition bedeuten. Stadtratspräsidentin Menin hatte sich bereits im Juli für einen Ausstieg mit Schutz für Tiere, aber auch der Kutschfahrer ausgesprochen. Die Stadt soll ein Übergangsprogramm mit Beratung, Weiterbildung und neuen Jobmöglichkeiten vorlegen. Und: Die Pferde dürfen laut Gesetzesentwurf weder zum Schlachten noch an einen anderen Kutschbetrieb verkauft oder weitergegeben werden.
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Darum sind die Pferdekutschen so umstritten
Tierschutzorganisationen kritisieren die Arbeit der Pferde auf Asphalt, bei Lärm, Abgasen und Hitze sowie die Haltung in Ställen. Auch die Stadtverwaltung bezieht sich auf diese Punkte sowie auf durchgehende Pferde und Zusammenstösse als Risiko für Tiere, Fahrgäste und Passantinnen und Passanten. Im Central Park treffen die Kutschen auf über 42 Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr, wie eine städtische Verordnung von 2025 festhält.
Die Branche weist den Vorwurf schlechter Haltung zurück. Für Pferde und Fahrer gelten heute bereits Regeln: maximal neun Arbeitsstunden pro Tag, mindestens fünf Wochen Ferien mit täglichem Zugang zu Auslauf oder Weide, regelmässige Tierarztkontrollen, Temperaturgrenzen und eine Fahrprüfung für Kutscherinnen und Kutscher. Die Transport Workers Union kritisiert das geplante Übergangsprogramm – es sichere die Existenz der Fahrerinnen und Fahrer nicht ausreichend.
In den sozialen Medien wird vor allem über Tierwohl gestritten
Unter einem Video über die angekündigte Abschaffung diskutieren Userinnen und User vor allem das Tierwohl. Eine Kommentatorin erklärt, erst die Bilder der Ställe hätten ihren Wunsch nach einem Verbot verstärkt: «Das ist kein Leben für ein Pferd.» Eine andere bedauert zwar das Ende einer New Yorker Tradition, hält den Schritt wegen der Lebensbedingungen und des Stadtverkehrs aber für nötig.
Unter einem Video des Autors Dash Dobrofsky, der die Kutschen als Tierquälerei bezeichnet, reicht die Reaktion von «längst überfällig» bis zur Sorge, ob die Tiere gute neue Plätze erhalten. Einzelne Kommentare erinnern daran, dass die Abstimmung noch aussteht: Das Verbot ist angekündigt, nicht in Kraft.
Bist du schon mal mit einer Pferdekutsche gefahren?
Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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