"Zeit, um Trauer zu verarbeiten": Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück

"Zeit, um Trauer zu verarbeiten"Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück
12.10.2026, 08:02 Uhr

Die Co-SPD-Chefin Bärbel Bas zieht sich aus der ersten Reihe der Bundespolitik nach dem Tod ihrer Stieftochter zurück. Die Sozialdemokratin macht dafür auch die Angriffe durch den Koalitionspartner verantwortlich.
SPD-Chefin Bärbel Bas tritt mit sofortiger Wirkung von allen ihren Ämtern zurück. "Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese möchte ich mir ausreichend nehmen", erklärte Bas. "Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden. Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben."
Sie habe ihren Co-Vorsitzenden und Vizekanzler Lars Klingbeil darüber informiert, dass sie Amt als Parteivorsitzende mit dem heutigen Tag niederlege. "Gleichzeitig habe ich den Bundeskanzler gebeten, mich aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen", so Bas.
Im Bundestag will sie jedoch weiterhin als Abgeordnete vertreten bleiben. Sie hoffe, "sehr, bald wieder mit voller Kraft meine Arbeit erfüllen zu können".
Ihr Co-Vorsitzender Lars Klingbeil erklärte, den Schritt nachvollziehen zu können. "Ich bin über die Entscheidung von Bärbel Bas sehr traurig. Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen. Deshalb kann ich ihren Schritt persönlich nachvollziehen. Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht", erklärte Klingbeil.
Ihr sei der Schritt zum Rückzug nicht leicht gefallen, erklärte Bas weiter. "Ich bin aber davon überzeugt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesministeriums jetzt eine starke Hausleitung verdient haben, die mit voller Kraft die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben vorantreibt. Am Ende meiner Zeit als Ministerin möchte ich vor allem eines sagen: Danke für die Unterstützung, die ich im gesamten Haus erfahren habe."
Bas ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2021 bis 2025 hatte sie den Vorsitz als Parlamentspräsidentin inne. Nach der Bundestagswahl 2025 übernahm sie in der schwarz-roten Koalition den Posten als Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett von Friedrich Merz. Im Juni 2025 wurde sie gemeinsam mit Lars Klingbeil Vorsitzende der SPD.
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