Angriffe auf russisches Öl führten zu Trump-Putin-Deal

Ukraine ignorierte US-Aufforderungen
Angriffe auf russisches Öl führten zu Trump-Putin-Deal
Donald Trump hat mit Wladimir Putin russische Diesel-Lieferungen für die USA und den Weltmarkt vereinbart. In Kiew sorgt der Deal für Empörung; laut Axios soll Selenski zuvor US-Appelle gegen Angriffe auf russische Raffinerien ignoriert haben.
Publiziert: vor 28 Minuten
- Trump und Putin vereinbarten russische Diesellieferungen
- Selenski kritisiert dies; USA verweisen auf Raffinerieangriffe
- 300'000 Tonnen reichen den USA nur rund 14 Stunden
Mattia JutzelerRedaktor News
Unverzüglich über 300'000 Tonnen Dieselkraftstoff für den amerikanischen und den weltweiten Markt. Diesen Deal haben US-Präsident Donald Trump (80) und Kreml-Chef Wladimir Putin (74) am Freitag ausgehandelt. «Weitere 500'000 Tonnen werden im Laufe des Monats November geliefert und eine Million Tonnen unmittelbar danach», führte Trump weiter aus.
In der Ukraine löste die Ankündigung der Abmachung Bestürzung aus. «Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg gegen die Ukraine, den man beenden und nicht verlängern muss», schrieb Präsident Wolodimir Selenski (48) auf Telegram.
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«Selenski verkennt die Lage»
Wie das US-Medium «Axios» jetzt jedoch berichtet, soll Trump Selenskis Kriegsstrategie für die Notwendigkeit des Deals verantwortlich gemacht haben.
Laut einem regierungsnahen US-Beamten habe der ukrainische Präsident sechs US-Aufforderungen ignoriert, seine Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Diese Attacken waren in den vergangenen Monaten laut «Axios» äusserst effektiv. Als Reaktion darauf verhängte der Kreml ein Exportverbot für Dieselkraftstoff, um eine Energiekrise im eigenen Land zu verhindern.
«Die Angriffe auf die Raffinerien verursachen Schmerzen in Russland, aber sie verursachen auch Schmerzen in den USA», meint die Quelle. Denn auch die Benzinpreise in den USA seien aufgrund der ukrainischen Angriffe gestiegen. «Selenski verkennt die Lage. Indem er weiterhin Raffinerien angreift, verspielt er das Wohlwollen, das er sich in den letzten sechs Monaten bei Trump erarbeitet hat», so der Beamte weiter.
300'000 Tonnen reichen den USA für 14 Stunden
Ob der Trump-Putin-Deal aber tatsächlich die Energiekrise in den USA beenden wird, bleibt offen. Laut einer Analyse von «Focus» decken etwa die 300'000 Tonnen Dieselkraftstoff, die unverzüglich aus Russland abfliessen sollen, alleine den Bedarf der USA lediglich für rund 14 Stunden.
Die ukrainischen Angriffe sind überdies nicht der einzige Grund für die hohen Energiepreise. Der US-Krieg im Iran und die angespannte Lage in der Strasse von Hormus treiben die Kosten ebenfalls in die Höhe. Laut dem Experten will Trump mit dem Deal vor den Zwischenwahlen im November Handlungsfähigkeit zeigen und sich als Krisenmanager darstellen.
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