InquirerDOE: No March-like fuel price spikes, but no pre-war levels eitherThe Jerusalem PostJerusalem egalitarian synagogue vandalized again on Yom Kippur, pride flag stolenESPN⚾ MLB playoff rotation tiers: Ranking starting pitching optionsוואלהבתגובה לפיצוץ מטען בקו הצהוב: צה"ל תקף תשתיות של חמאס בעזהESPN DeportesWomen's Champions League Power Rankings: ¿Barcelona es favorito de nuevo?Daily MaverickMADLANGA COMMISSION: Joe ‘Ferrari’ Sibanyoni describes ‘avalanche’ of deaths, defends ‘jogging’ textsRTP DesportoInfantino propõe consulta às federações-membro para reformar governança da FIFAInquirer EntertainmentEx-SNSD member Jessica Jung makes Korean stage comeback after 12 years
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, September 21, 2026

Linken-Spitzenkandidatin – Juristin mit Goldkettchen – wer ist Elif Eralp?

Translate

Das Erscheinungsbild der Wahlsiegerin der Linken gleicht ihrem politischen Programm: Elif Eralp trägt gerne knallroten Lippenstift, der an die Farbe ihrer Partei erinnert, und ein goldenes Kettchen um den Hals, wie sie auch Popstars tragen, mit der Aufschrift «Mietendeckel».

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 3. Elif Eralp sieht sich aufgrund ihrer Migrationsgeschichte als Kämpferin. Bildquelle: Keystone/BRITTA PEDERSEN.

    Nahaufnahme einer Person mit dunklem Haar in Profilansicht.
  • Bild 2 von 3. Seit 2018 gehört Eralp dem Vorstand der Berliner Linken an. Bildquelle: Reuters/Axel Schmidt.

  • Bild 3 von 3. Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Forderung in Eralps Wahlkampf. Bildquelle: Keystone/SEBASTIAN GOLLNOW.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Das Thema bezahlbarer Wohnraum hat den Wahlkampf der 45-Jährigen stark geprägt. Ihre Partei Die Linke will grosse Wohnungsunternehmen enteignen und einen Mietendeckel für Wohnungen im Bundesland Berlin einführen. Die Forderungen sind radikal und gelten als stark umstritten.

Sie selbst suche seit Jahren eine grössere Wohnung für sich und ihre Familie, sagt Eralp, und inszeniert sich dabei als Frau vom Volk. «Meine beiden Kinder sind hier geboren. Sie gehen auf eine ganz normale Schule. Wir leben in einer ganz normalen Mietwohnung wie die allermeisten Berlinerinnen und Berliner auch», sagt sie in einem Wahlkampfvideo.

Eralp ist vor 15 Jahren nach dem Jura-Studium nach Berlin gezogen und wohnt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Berlin-Kreuzberg. «Ich will Berlin bezahlbar machen», sagt sie.

Parteichefin: «Elif ist kein dritter Stefan»

Zu einer ihrer grössten Stärken gehören ihre türkischen Wurzeln. Ihre Eltern flüchteten nach einem Militärputsch und aus Angst vor politischer Verfolgung nach Deutschland. Sie wurde 1981 in München geboren.

Laut der Parteichefin der Linken, Ines Schwerdtner, erreicht Eralp Menschen, die sich von der Politik längst nicht mehr gesehen fühlten – etwa Nichtwählerinnen und Arbeitende. «Und viele migrantische Menschen haben jetzt endlich eine Person, mit der sie sich identifizieren können, und nicht irgendwie den dritten Stefan, der sich da zur Wahl stellt», sagt Schwerdtner auf der Bundespressekonferenz.

Würde Eralp zur Bürgermeisterin von Berlin, wäre sie die erste Person mit Migrationsgeschichte in diesem Amt. Diese Lücke macht sich Eralp zum Kapital und sagt: «Menschen wie ich sollen in diesem Land eigentlich nicht Bürgermeisterin werden.»

Mamdani als Vorbild

Als Vorbild dient der Juristin der linke US-Demokrat Zohran Mamdani, der vergangenen Herbst die Wahl zum Bürgermeister gewann. Um sich von der New Yorker Kampagne inspirieren zu lassen, reiste die Parteispitze der Berliner Linken bereits vor Monaten in die USA. Eralp liess sich dort von Morris Katz coachen, der zuvor am Wahlkampf von Mamdani mitgearbeitet hatte.

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 2. Siegestanz zum Wahlsieg: «Ab heute verändern wir gemeinsam Berlin», kündigt Elif Eralp auf der Wahlparty ihrer Partei an. Bildquelle: Keystone/SEBASTIAN GOLLNOW.

  • Bild 2 von 2. «In unserer Stadt haben die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen, und dieses Signal geht raus in die Welt», sagt Eralp weiter. Bildquelle: Keystone/CHRISTOPH RUTENKOLK.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Ob Elif Eralp wirklich als Bürgermeisterin ins sogenannte Rote Rathaus der deutschen Hauptstadt einzieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter Druck steht die Spitzenkandidatin etwa wegen Antisemitismusvorwürfen in ihrer Partei. Darin gäbe es viele Pro-Palästina-Aktivisten, die offen antisemitische Ansichten vertreten, wird kritisiert.

Zentraler Knackpunkt bei einer von der Linken angestrebten Koalition mit Grünen und SPD dürfte aber die Enteignungsfrage sein. Eralp hat bisher die Wahlversprechen bestärkt: «Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet.»

Kommt es zur Koalition zwischen Linke, Grüne und SPD?

Box aufklappen Box zuklappen

Noch Ende 2024 stand Die Linke – der heutige Name der früheren PDS, die aus der DDR-Partei SED hervorgegangen war – ihrerseits in Umfragen in der Hauptstadt bei sechs bis sieben Prozent, bundesweit bei zwei bis drei Prozent. Jetzt ging sie nach vorläufigem Ergebnis mit 25.7 Prozent durchs Ziel und hat gute Chancen, mit Elif Eralp erstmals eine regierende Bürgermeisterin zu stellen.

Möglich sind Dreierbündnisse aus Linken, Grünen und SPD oder auch aus CDU, Grünen und SPD. Mit der AfD will niemand koalieren. Im neuen Landesparlament entfallen auf die Linke 47 Sitze, auf die CDU 34 Sitze und auf die AfD 29 Sitze. Die Grünen kommen auf 26 Abgeordnete, die SPD nach ihrem historisch schlechtesten Ergebnis in Berlin auf 22 Mandate.

Trotz Schnittmengen wird die Regierungsbildung für die Linke kein Selbstläufer. Nach Vorfällen bei Wahlpartys der Linken am Wahlabend forderten Grüne und SPD vor einer möglichen Zusammenarbeit von der Partei unter anderem ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus. (sda)

Sie zeigte sich aber auch verhandlungsbereit. «Natürlich werden wir auch Kompromisse eingehen müssen, das ist ja klar», sagt Eralp. Die goldene Mietendeckel-Halskette würde sie jedenfalls auch als Berliner Bürgermeisterin weiterhin tragen wollen, wie sie gegenüber dem «Tagesspiegel» sagte.

View the original on SRF News

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.