Parlamentswahlen Kanton Zug – Drei bürgerliche Parteien kämpfen um die Vormachtstellung

Parlamentswahlen Kanton Zug Drei bürgerliche Parteien kämpfen um die Vormachtstellung
FDP und SVP wollen stärkste Kraft werden im Zuger Kantonsrat. Aktuell ist es die Mitte – aber nur ganz knapp.
19.09.2026, 11:21
Die SVP des Kantons Zug steigt mit einer Kampfansage in die Gesamterneuerungswahlen 2026: Nach dem 4. Oktober wolle sie die wählerstärkste Partei im Kantonsrat sein, lässt sie verlauten.
«Wir haben in den letzten vier Jahren eine sehr Zug-freundliche Politik gemacht», sagt Parteipräsident Philipp C. Brunner. Die SVP wolle sich auch künftig für tiefe Steuern einsetzen.
Nur: Die gleiche Ansage kommt auch von der FDP. «Wir wollen zwei Sitze zulegen, von heute 18 auf 20», sagt Parteipräsident Daniel Gruber. Die FDP lancierte unter anderem die Idee für einen Steuerrabatt im Kanton Zug.
Vormachtstellung der Mitte wankt
Der Kampf um die Vormachtstellung im Zuger Kantonsparlament ist also lanciert. Aktuell kann die Mitte für sich in Anspruch nehmen, stärkste Kraft zu sein.
Die Zeiten, in denen sie über die Hälfte der Parlamentssitze inne hatte, sind allerdings lange vorbei: Bei den letzten Wahlen im Jahr 2022 kam die Mitte auf 19 Sitze, auf die FDP und SVP entfielen je 18 Sitze. Die beiden linken Parteien, Alternative – die Grünen ALG (11) und SP (8), kommen zusammen auf 19 Sitze.
Die Grünliberalen stellen die jüngste Fraktion im Zuger Kantonsparlament: Seit 2022 ist die GLP mit sechs Personen im Rat vertreten. Sie seien die «einzig wirtschaftsliberale Partei in Zug», sagt Parteipräsidentin Tabea Estermann. Die GLP wolle mit einer Mischung aus Technologieoffenheit und Einsatz für Umweltanliegen punkten.
Die Bürgerlichen haben das Sagen
Der Zuger Kantonsrat teilt sich in vier etwa gleich grosse Blöcke auf (SP/ALG – Mitte – FDP – SVP), wobei die vereinigte Linke in Abstimmungen gegen die bürgerliche Mehrheit regelmässig verliert.
Die Freisinnigen wie auch die SVP monieren allerdings, dass die Mitte – oder Teile von ihr – in Abstimmungen zu oft gemeinsame Sache mit den Linksparteien mache. Auch jetzt vor den Wahlen schlagen die jeweiligen Präsidenten in die gleiche Kerbe.
Diesen Seitenhieb lässt Mitte-Präsidentin Manuela Käch nicht auf sich sitzen: «Für uns zählt am Ende des Tages das Resultat. Wir wollen Lösungen erarbeiten, und dafür braucht es manchmal Hilfe von links, manchmal von rechts.»
Breit abgestützte Lösungen brauche es im Kanton Zug vor allem in der Wohnbaupolitik: «Die Baubewilligungsverfahren dauern heute deutlich zu lange», so Manuela Käch.
Auch SP und ALG wollen beim Wohnen punkten
Der politische Kampf gegen die bürgerliche Mehrheit sei kein leichter, sagt Luzian Franzini, Präsident der Alternative – die Grünen: «Es braucht bestimmt eine dicke Haut. Gleichzeitig ist es besonders interessant, mit diesen Gegensätzen eine politische Debatte zu führen.»
Das Wahlkampfthema der ALG ist das Wohnen. Die Partei reichte Vorstösse ein für zahlbaren Wohnraum und lancierte eine Initiative, die Gemeinden ein Vorkaufsrecht einräumen soll bei Landkäufen.
«Das drängendste Problem im Kanton Zug ist das Wohnen», sagt auch SP-Parteipräsident Zari Dzaferi. Es fehlten insbesondere Wohnungen, die sich auch Leute mit einem Durchschnittslohn leisten können.
Die SP hat aus diesem Grund eine Initiative für einen Wohnfonds lanciert. Sie will den Kanton Zug dazu verpflichten, mit einem Kapital von 750 Millionen Franken Bauland zu kaufen und Wohnbaugenossenschaften zu unterstützen. Die SP erhofft sich bei diesen Wahlen einen Zugewinn von einem Sitz.
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