InquirerSara Duterte trial: Prosecution forgoes CSC exec as witnessPunchSoludo’s wife donates relief materials to rehabilitated inmatesRTP DesportoJoão Ferreira e Filipe Palmeiro venceram a Baja de ReguengosBollywood HungamaEXCLUSIVE: Nani, Raghav Juyal, Sonali Kulkarni and Kayadu Lohar to attend MEGA The Paradise event in Mumbai ahead of releaseInquirer EntertainmentKim Chiu’s sis Lakam under police custody after arrest for qualified theftUOLVeja a previsão do tempo para Ivaiporã nesta segunda (21)ColliderThe Biggest Sci-Fi Hit of 2026 Is Officially Back in the Streaming SpotlightAntara NewsIndonesia eyes coal liquefaction to boost energy securityDeadlineEagle Eye Drama Acquires ‘The Great Dictator’, Matthew Sweet’s Biography Of Barbara Cartlandالشرقوزير الخارجية السعودي يبحث مستجدات الأوضاع الإقليمية هاتفياً مع نظرائه في الكويت ومصر وتركياCBS NewsIran warns new U.S. assault would see it expand "geography of the war"Egypt IndependentPM, CBE Governor discuss economic reforms, FX reserves
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, September 21, 2026

Milliarden-Rennen verändert unser Leben – doch wer entscheidet?

Translate
  • Staaten und Tech-Konzerne investieren Milliardensummen in KI – doch das «KI-Rennen» hat weder Ziellinie noch Regeln.
  • Laut Digitale-Ethik-Forscherin Anna Jobin treiben nicht Vertrauen, sondern die Angst, ins Hintertreffen zu geraten, die Investitionen an.
  • Dem Rennen fehlt laut Jobin die demokratische Legitimation – eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung findet nicht statt.

In seiner Reaktion auf Regulierungsforderungen von Dario Amodei, Sam Altman und Elon Musk, die Chefs von Anthropic, OpenAI und SpaceXAI, erwiderte US-Präsident Donald Trump, dass diese mit einem «High-IQ»-Präsidenten nicht notwendig seien. Wichtiger aber sei, dass Regulierungen einem Sieg im «KI-Rennen» im Weg stehen würden.

Der Begriff des «AI-Race» ist auch den Tech-CEOs kein Fremdwort. Sie betonen die Wichtigkeit dieses Rennens selbst oft und gerne. Auch in politischen Kreisen über Trump hinaus scheint es in letzter Zeit viel um dieses Rennen zu gehen. So wird etwa in der EU darüber diskutiert, wie Europa nicht den Anschluss an dieses Rennen verliert.

Doch wohin rennen Unternehmer und Staaten – und somit auch Milliarden an Staatsausgaben – eigentlich? Welches Ziel soll dabei erreicht werden? Und vor allem: Wieso?

Das Rennen oder die Rennen?

«Mit dem KI-Rennen wird der Wettbewerb um die Vorherrschaft bei der Entwicklung von KI bezeichnet. Insbesondere geht es hier um die grossen generativen Allzweck-KI-Modelle», erklärt Angela Müller, Geschäftsleiterin von Algorithm Watch Schweiz, einer NGO zum Schutz von Menschenrechten und Demokratie im Kontext von Algorithmen und KI. «Einerseits befinden sich die unterschiedlichen Unternehmen in einem Wettbewerb, andererseits ist es aber auch ein Rennen zwischen den führenden Staaten in diesem Bereich – insbesondere zwischen den USA und China.»

Digitale-Ethik-Forscherin Anna Jobin warnt: Nicht Vertrauen, sondern Angst vor dem Rückstand treibe die Milliarden-Investitionen in KI an.

Digitale-Ethik-Forscherin Anna Jobin warnt: Nicht Vertrauen, sondern Angst vor dem Rückstand treibe die Milliarden-Investitionen in KI an.20min/Matthias Spicher

An der Oberfläche gehe es um immer leistungsfähigere KI-Modelle, unterschwellig gebe es drei Aspekte, ergänzt Anna Jobin, Forscherin zu digitaler Ethik und KI an der Universität Fribourg: «einen Wettbewerb der Firmen um Marktanteile, ein geopolitisches Wettrüsten mit sicherheitspolitischen Dimensionen und eine utopische Vorstellung einer technologischen Superintelligenz, auch AGI genannt.»

Das Ziel: eine unklare Utopie

Besonders Tech-Unternehmer betonen immer wieder, dass AGI erreicht werden soll. AGI steht für Artificial General Intelligence und beschreibt eine hypothetische Software, die in intellektuellen Fragen zu einer Vielfalt von Themen mindestens auf Höhe menschlicher Intelligenz mithalten kann. Die Folge davon sei aber bei Weitem keine reine technologische Errungenschaft. AGI werde gemäss den CEOs einen massiven gesellschaftlichen Wandel mit sich bringen.

Wie dieser aussehen wird oder soll, darin sind sie sich allerdings stark uneinig: Ihre Prognosen reichen von einer Art Science-Fiction-Kommunismus, in der Menschen von der Arbeit der Maschinen leben, bis Intelligenz als verkaufbares Gut – kontrolliert durch die Konzerne. Und dann ist da natürlich noch der Weltuntergang. Besonders in den letzten Wochen hat die Diskussion über mögliche Gefahren für Aufregung gesorgt.

Angst, ins Hintertreffen zu geraten

Auch unter Staatsvertretern herrscht keineswegs Einigkeit über die Richtung, in die uns die KI-Entwicklung leiten wird. Aus diversen Gründen sind sie sich mit Zukunftsprognosen etwas vorsichtiger. Doch auch mit konkreten Zielen oder Richtlinien halten sie sich zurück. Entsprechend bezeichnet Jobin die Analogie des «Rennens» als nicht ganz zutreffend. «Eine bekannte und messbare Ziellinie gibt es nicht – und auch keine Regeln.»

Vielmehr sei die aktuelle Entwicklung ein technologisches Wettrüsten, «bei dem weltweit Riesensummen in die KI-Entwicklung gesteckt werden mit der Begründung, anderswo geschehe dies ebenfalls». So sei sich Jobin auch nicht sicher, ob Vertrauen in die Technologie der Auslöser für die Milliardeninvestitionen sei – eher Angst, ins Hintertreffen zu geraten.

Und wer entscheidet nun?

Etwas bleibe bei dem ganzen Wettrennen in Jobins Augen jedoch auf der Strecke: «Dahinter steckt keine demokratische Legitimation.» Es sei kaum erwiesen, dass die massiven Investitionen in KI in der Bevölkerung breit abgestützt sind. So zeigte etwa eine im Mai veröffentlichte Studie der Universität Zürich zur gesellschaftlichen Einstellung gegenüber KI zwar Begeisterung, gleichzeitig aber auch Sorge.

Was ist für dich bei KI aktuell am wichtigsten?

«Bei einem KI-Wettrüsten geht es um Technologie und Tempo, aber die Demokratie braucht Zeit für öffentliche Debatten und muss Möglichkeiten zur Kurskorrektur bieten», sagt Jobin. Mitsprachemöglichkeiten blieben aber in den meisten Fällen aus. «Eine echte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit KI gibt nicht schon im Voraus nur eine einzige Richtung vor.» Und aktuell lautet diese noch: so schnell wie möglich nach vorn.

Jan Janssen

Jan Janssen (jjn) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Zuerst im Ressort Zürich und seit 2025 im Ressort News.

View the original on 20 Minuten

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.