«Mit Waffe auf dem Bundesplatz»

Mattea Meyer attackiert Céline Amaudruz in der SRF-«Arena»
«Mit Waffe vor dem Bundeshaus»
In der SRF-«Arena» gings mal wieder hitzig zu und her. Meyer wetterte gegen Amaudruz. Und auch bei den Grünen und der GLP kam es zum Schlagabtausch.
Publiziert: vor 14 Minuten
Simone SteinerBundeshausredaktorin
Céline Amaudruz (47) will Bundesrätin werden – das hat die Genfer SVP-Nationalrätin am Donnerstag bekannt gegeben. Obwohl das eigentliche Thema der SRF-«Arena» der Stand der Parteien vor dem Wahljahr war, wurde auch die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin hitzig diskutiert.
Der Thurgauer SVP-Nationalrat Manuel Strupler (46) verteidigte seine Parteikollegin. «Amaudruz ist eine sehr gute Kandidatin», sagte er. Er nahm sie auch gegen die Angriffe von «Weltwoche»-Chef Roger Köppel (61) in Schutz. Amaudruz sei seit Jahren Vizepräsidentin der SVP. «Da müssen wir nicht darüber reden, ob sie in der Partei ein Leichtgewicht ist.»
Zuspruch bekam Amaudruz auch von der Grünen-Fraktionspräsidentin Greta Gysin (43). «Amaudruz bringt Eigenschaften mit, die ich für die Zusammensetzung des Bundesrats als positiv erachtet.» Artikel 175 der Bundesverfassung besage, dass Sprachen und Landesteile im Bundesrat angemessen vertreten sein müssten. «Das heisst ganz klar eines: Es muss jemand aus der Romandie sein.»
Angriffiger äusserte sich SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer (38). «Bei Amaudruz habe ich grosse Fragezeichen», sagte sie. Es brauche eine Person im Bundesrat, die sich zum Kollegialitätsprinzip bekenne und demokratische Entscheidungen wahrnehme. Bei der SVP sei dies in den Hintergrund getreten. Céline Amaudruz habe vor wenigen Wochen auf dem Bundesplatz mit einer Hellebarde – also mit einer Waffe in der Hand – die anderen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Meyer bezweifelte zudem, dass sich Amaudruz für die Sache der Frauen einsetzen würde. «Wir sehen bei anderen rechten Parteien in Europa, dass sie nicht für die Sache der Frauen einstehen.» Sie verwies auf Giorgia Meloni in Italien, Marine Le Pen in Frankreich und Alice Weidel von der AfD, die für die Sache der Frau «das Rad zurückdrehen».
Schlagabtausch zwischen GLP und Grünen
Zu einem hitzigen Wortgefecht kam es auch zwischen Gysin und dem Zürcher GLP-Nationalrat Patrick Hässig (47). Dass die Grünen den frei werdenden Bundesratssitz der SVP nicht angreifen wollen, begründete Gysin mit Realpolitik. «Wir wissen, dass eine Kandidatur gegen die SVP keine Chance hätte.» Man wolle keine starken Kandidaturen verheizen. Gleichzeitig betonte die Tessinerin aber: «Wir haben arithmetisch einen Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat.»
Der am Freitag veröffentlichte Wahlbarometer zeigte, dass ein Zusammenschluss von Grünen und GLP die vereinte Partei zur drittstärksten Kraft machen würde. Doch Hässig machte klar, dass er nicht mit den Grünen zusammenspannen will. «Die GLP will mehr in Erneuerbare investieren.» Bei den Grünen sei man sich nicht immer sicher, ob keine Einsprache komme, wenn eine Staumauer erhöht werden solle, kritisierte er. Auch den Solarausbau in den alpinen Regionen würden die Grünen ausbremsen.
Die Retourkutsche von Gysin kam prompt. Es stimme nicht, dass die Grünen beim Solarexpress gebremst hätten. Die GLP wolle lieber eine AKW- und Gentech-Mehrheit im Bundesrat retten, als einen grünen Bundesrat oder eine grüne Bundesrätin zu wählen. «Vielleicht müsste sich die GLP mal überlegen, ob das ‹Grün› im Namen wirklich noch gerechtfertigt ist.»
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