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Monday, October 19, 2026

«Ich war ein Sicherheitsrisiko»: Heftige Vorwürfe gegen Securitas

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  • Die Luzerner Direktion von Securitas verzeichnete laut SRF in drei Jahren 20’000 Verstösse gegen das Arbeitsrecht.
  • Rund 900 Mitarbeitende sind betroffen, vor allem wegen verletzter Ruhezeiten und Nachtschichten von bis zu über 14 Stunden.
  • Securitas räumt Fehler ein, bestreitet aber eine absichtliche, systematische Ausbeutung.

Recherchen von SRF zeigen: In den letzten drei Jahren kam es bei der Direktion Luzern der Sicherheitsfirma Securitas zu 20’000 Verstössen gegen das Arbeitsrecht. Rund 900 Mitarbeitende sind demnach betroffen. SRF spricht denn auch von einer «systematischen Ausbeutung» der Mitarbeitenden.

Es handelt sich dabei vor allem um Ruhezeiten, die nicht eingehalten wurden, und Nachtschichten, die bis zu über 14 Stunden andauerten. Mit den Resultaten der Recherche konfrontiert, räumt Securitas Fehler ein, dementiert aber, dass es sich um eine absichtliche, systematische Ausbeutung handle.

Systematische Verstösse oder einzelne Verfehlungen?

«Ich war teilweise so übermüdet bei der Arbeit, dass ich ein Sicherheitsrisiko war», sagt eine Security-Arbeitskraft anonym gegenüber SRF. «Es entsteht der Eindruck, als sei das ganze Betriebskonzept darauf angelegt, systematisch gegen das Arbeitsgesetz zu verstossen – oder den Gesetzesverstoss zumindest in Kauf zu nehmen», ist Kurt Pärli, Professor für soziales Privatrecht an der Universität Basel, der Meinung.

Dies dementiert Securitas, obwohl sie einzelne Verfehlungen einräumt. «Wir haben die Vorwürfe verifiziert und erkannt, dass die Praxis teilweise nicht mit arbeitsrechtlichen Grundsätzen und internen Werten übereinstimmt», so der Konzern. Den Vorwurf zu 20’000 Fällen könne man allerdings nicht nachvollziehen, heisst es. «Die Securitas AG schliesst Fehler nicht aus, hält aber klar fest, in keiner Weise gesamthaft und systematisch gegen das Arbeitsgesetz zu verstossen.»

Übermüdete Wachen im Gefängnis, Spital oder Asylzentrum

Ein Drittel der Verstösse ereignete sich während Aufträgen für öffentliche Einrichtungen, also bei der Arbeit in Spitälern, Asylzentren oder Gefängnissen. Viele der Securitas-Mitarbeitenden in diesen Positionen seien stark überarbeitet, so die Daten aus der Recherche.

Die Recherche von SRF zeigt zum Beispiel auf, wie das Bewachungspersonal in der Strafanstalt Zug, das von Securitas gestellt wird, im Zeitraum zwischen 2023 und 2025 nur ein einziges Mal den Höchstwert von 11 Stunden Arbeitszeit für eine Nachtschicht eingehalten hatte.

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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