„GPT-6 Astra hat gerade geschummelt“: KI-Modell tauscht „StarCraft“-Bot aus
OpenAIs Sprachmodell GPT-6 Astra hat bei einem „StarCraft“-Wettbewerb für KI-Modelle geschummelt. Weil sein selbst programmierter Bot gegen starke Gegner verlor, lud es eine Kopie des besten von Menschen geschriebenen Bots herunter und ließ stattdessen diese antreten.
Kai McPheeters, der den Benchmark StarSkirmish betreibt, hat den Vorfall am 2. Oktober auf X öffentlich gemacht. „GPT-6 Astra hat gerade geschummelt, indem es eine Kopie von Stardust heruntergeladen hat, dem laut BASIL-Rangliste besten von Menschen geschriebenen StarCraft-Bot“, schreibt McPheeters. Das Modell sei frustriert gewesen, als es gegen Gegner der zweitstärksten Übungsstufe antreten musste. McPheeters hat den Code von GPT-6 Astra daraufhin zurückgesetzt, wie er in einem weiteren Post schreibt.
Programmieren statt spielen
Bei StarSkirmish spielen die Sprachmodelle nicht selbst. Jedes Modell bekommt eine Stunde Zeit, um in C++ einen Bot für „StarCraft: Brood War“ zu schreiben, die Erweiterung des 1998 erschienenen Originals. Gespielt wird ausschließlich Protoss gegen Protoss auf drei Karten. Während der Stunde kann das Modell seinen Code kompilieren, Übungspartien gegen unterschiedlich starke Gegner bestreiten und Protokolle dieser Partien auswerten.
Anschließend treten die Bots in einem Turnier gegeneinander an. Dazu kommen neun von Menschen geschriebene Bots und drei Demo-Bots. Getestet wird damit vor allem, wie gut ein Modell über längere Zeit eigenständig programmieren und aus Fehlversuchen lernen kann. In der Rangliste liegen GPT-6 Astra und Anthropics Claude Opus 5.5 praktisch gleichauf an der Spitze. An Stardust kommen beide nicht heran.
AlphaStar spielte selbst
„StarCraft“ ist schon lange ein beliebtes Testfeld für die KI-Forschung. 2019 schlug DeepMinds KI AlphaStar in „StarCraft 2“ erstmals Profi-Spieler: Der deutsche Profi Dario „TLO“ Wünsch verlor alle Partien, sein polnischer Kollege Grzegorz „MaNa“ Komincz gewann nur eine einzige. Wenige Monate später erreichte eine überarbeitete Version auf dem europäischen Server mit allen drei Fraktionen die Grandmaster-Stufe und lag damit vor 99,8 Prozent der menschlichen Spieler.
AlphaStar war allerdings eine Spezial-KI: DeepMind hatte sie ausschließlich darauf trainiert, „StarCraft 2“ zu spielen: KI-Agenten ahmten zunächst menschliche Spielweisen nach und traten dann gegeneinander an, nur die stärksten kamen weiter. AlphaStar steuerte die Einheiten im Spiel selbst. GPT-6 Astra steuert bei StarSkirmish keine einzige Einheit selbst – die Partien bestreitet der Code, den es geschrieben hat. Der Benchmark misst also nicht, wie gut eine KI „StarCraft“ spielt, sondern wie gut sie Software schreibt, die „StarCraft“ spielt.
Auf der BlizzCon im September hat Blizzard ein neues „StarCraft“ als Open-World-Shooter angekündigt, das 2030 erscheinen soll.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.