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Monday, September 21, 2026

Unternehmen sehen Bürokratie als größtes Standortproblem

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Ein Stapel mit Akten liegt auf dem Schreibtisch.

ifo-Umfrage Firmen sehen Bürokratie als größtes Standortproblem

Stand: 21.09.2026 • 15:16 Uhr

Die Bürokratie ist einer aktuellen Umfrage zufolge die größte Belastung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei steigt der bürokratische Aufwand, je größer das Unternehmen ist.

Die Bürokratie in Deutschland wird von Unternehmen als schwerste Belastung empfunden. In Umfrage des ifo-Instituts hat die Hälfte der befragten Unternehmen die Fülle staatlicher Regeln und Auflagen als das größte Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland bewertet,

"Der bürokratische Aufwand wirkt auf zwei Wegen: Er bindet Personal, das an anderer Stelle fehlt, und er verhindert Investitionen, die sich nicht mehr rechnen, sobald man den Genehmigungs- und Dokumentationsaufwand einpreist", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Befragungen.

"Mehrere Regelwerke gleichzeitig"

Dabei wird Bürokratie umso belastender wahrgenommen, je größter ein Unternehmen ist. So nennen Solo-Selbstständige (33 Prozent) Bürokratie am seltensten als Problem, gefolgt von Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern (41 Prozent).

Bei großen (59 Prozent), mittleren (58 Prozent) und kleinen Unternehmen (50 Prozent) ist die Belastung deutlich höher. "Wer Beschäftigte hat, Anlagen betreibt und exportiert, ist von mehreren Regelwerken gleichzeitig erfasst - vom Arbeitsrecht über Berichtspflichten bis zum Datenschutz", so Wohlrabe. Selbständige und Kleinstunternehmen fielen aus vielen dieser Pflichten noch heraus. "Sobald ein Betrieb eine gewisse Größe erreicht, greifen sie fast alle auf einmal."

Auch Energie- und Arbeitskosten belasten

Laut der Konjunkturumfrage der Münchner Forscher folgen nach der Bürokratie als Anlass zu Sorge mit deutlichem Abstand die Energiekosten mit 27 Prozent und die Arbeitskosten mit 22 Prozent. Allerdings gibt es dabei deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen: In der Industrie nennen 39 Prozent die Energiekosten als Standortproblem, im Dienstleistungssektor nur 17 Prozent.

Das Baugewerbe verweist überdurchschnittlich häufig auf fehlende Fachkräfte (29 Prozent) und auf langwierige Genehmigungsverfahren (13 Prozent). Im Handel steht die schwache Nachfrage im Vordergrund: 25 Prozent nennen die allgemeine Wirtschafts- und Auftragslage, mehr als in jedem anderen Bereich.

Deutsche Wirtschaft verliert vorübergehend an Fahrt

Die allgemeine schwache Wirtschaftslage dürfte nach Einschätzung der Bundesbank in den Herbstmonaten zunächst anhalten: "Nach dem deutlichen Anstieg in den beiden Vorquartalen wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Quartal saisonbereinigt nur leicht expandieren", heißt es in heute veröffentlichten Monatsbericht der Zentralbank.

Die Bundesbank-Experten gehen aber grundsätzlich davon aus, dass die größte europäische Volkswirtschaft den eingeschlagenen Erholungskurs in den Monaten Juli bis September nicht verlassen werde. "Insbesondere das Niedrigwasser am Rhein bremst im laufenden Quartal die Aktivität", heißt es im Monatsbericht. Dies habe sich im Juli in einer schwachen Industrieproduktion gezeigt, schreiben die Bundesbank-Experten.

Auch die Exporte hätten im dritten Quartal voraussichtlich weniger zum Wachstum beigetragen. "Darüber hinaus reduzierten die hohen Energiepreise die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher und deren Ausgaben auch für andere Waren", heißt es im Bericht. "Im vierten Quartal sollte die deutsche Wirtschaft wieder stärker zulegen." Es werde auch darauf ankommen, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und wie schnell sich die Pegelstände wichtiger Wasserstraßen normalisieren.

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