SRF News·Switzerland·Saturday, September 12, 2026 at 07:53 AM
Pro & Kontra zu den Vorlagen – Interaktiver Abstimmungskompass: Welche Argumente überzeugen Sie?
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12.09.2026, 09:53
Bewerten Sie die Positionen der Ja- und Nein-Seite zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 27. September 2026 und finden Sie heraus, wo Sie stehen.
Neutralitätsinitiative
Ende September entscheiden Volk und Stände über die Volksinitiative«Wahrung der schweizerischen Neutralität (Neutralitätsinitiative)».
Eine glaubwürdige und umfassende Neutralität schafft Sicherheit und schreckt Angreifer ab.
Die Schweiz soll keinem Militär- oder Verteidigungsbündnis beitreten dürfen – ausser im Falle eines direkten militärischen Angriffs.
Sanktionen treffen selten die Verantwortlichen, sondern oft die Zivilbevölkerung.
Neutralität sorgt dafür, dass die Schweiz als verlässliche Partnerin wahrgenommen wird – politisch und wirtschaftlich.
Um Frieden zu fördern, muss die Schweiz gerade jetzt in einer unsicheren Weltlage an ihrer bewährten Neutralität festhalten.
Die Schweizer Neutralität soll in der Verfassung klar definiert werden: Sie soll immerwährend und bewaffnet sein.
Die Schweiz wendet die Neutralität gezielt für ihre Interessen an. Dafür braucht es Handlungsspielraum.
Für die Sicherheit des Landes braucht es internationalen Austausch und Zusammenarbeit, bevor es zu einem Angriff kommt.
Die Schweiz setzt sich für das Völkerrecht ein. Sanktionen sind ein wichtiges Instrument, um auf Verletzungen zu reagieren.
Mit der Initiative könnten bestimmte Sanktionen gegen kriegführende Staaten nicht übernommen werden. Dies schadet dem Ruf der Schweiz.
Die Neutralität ist heute schon in der Bundesverfassung verankert. Wesentliche Forderungen der Initiative werden bereits erfüllt.
Wirtschaftssanktionen sind keine militärische Beteiligung an einem Krieg. Sie sind ein friedliches Mittel.
Die Initiative will die Schweizer Neutralität strikter regeln und in der Verfassung festhalten, dass sie immerwährend und bewaffnet ist. Die Schweiz dürfte keinem Militär- oder Verteidigungsbündnis beitreten oder mit einem solchen zusammenarbeiten, ausser wenn sie militärisch angegriffen wird oder ein solcher Angriff vorbereitet wird. Sie dürfte zudem keine Sanktionen gegen kriegführende Staaten ergreifen. Ausgenommen wären Sanktionen der UNO sowie Massnahmen, die verhindern, dass Sanktionen umgangen werden. Schliesslich soll die Schweiz ihre Neutralität für ihre Rolle als Vermittlerin nutzen.
Ernährungsinitiative
Am 27. September entscheiden die Stimmberechtigten auch über die eidgenössische Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)».
Aktuell ist die Landwirtschaft nicht darauf ausgerichtet, die Bevölkerung selbst zu ernähren. Die Selbstversorgung soll gesteigert werden.
Auf den Schweizer Ackerflächen sollen mehr pflanzliche Lebensmittel für Menschen statt Futtermittel für Tiere angebaut werden.
Damit hohe Erträge und ein natürlicher Pflanzenschutz möglich sind, müssen fruchtbare Böden und die Biodiversität gefördert werden.
Die von Importfutter abhängige Nutztierhaltung führt zur Überdüngung unserer Böden – die Grundlage für unsere Lebensmittelproduktion.
Aufgrund von Klimawandel und Verschmutzung braucht es eine nationale Planung für die Wasserversorgung.
Ernährungssicherheit ist das Fundament für unser Leben und die Sicherheit unseres Landes.
Der Bund plant bereits, die inländische Lebensmittelproduktion zu erhöhen. Ein schrittweises Vorgehen ist nötig.
Es ist kaum realistisch, den Netto-Selbstversorgungsgrad innerhalb von zehn Jahren auf 70 Prozent zu erhöhen.
Ein stärkeres Eingreifen in die Lebensmittelproduktion könnte zu hohen Kosten für die Landwirtschaft und den Staat führen.
Die Initiative würde dazu führen, dass sich die Schweiz primär vegetarisch und vegan ernähren müsste. Dies schränkt die Konsumfreiheit ein.
Die Initiative beschleunigt den Strukturwandel, schadet somit der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze.
Wird die Verfügbarkeit von Fleisch- und Milchprodukten eingeschränkt, führt dies zu mehr Einkaufstourismus.
Die Initiative will, dass die Schweiz deutlich mehr Lebensmittel selbst produziert und dadurch weniger vom Ausland abhängig ist. Künftig sollen mindestens 70 Prozent der in der Schweiz konsumierten Lebensmittel im Inland hergestellt werden. Dafür soll die Landwirtschaft weniger tierische und mehr pflanzliche Lebensmittel produzieren, um auf gleicher Fläche mehr Menschen zu ernähren. Zudem sollen Umwelt und Trinkwasser besser geschützt sowie Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität erhalten werden. Dazu sollen weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger eingesetzt werden. Die Ziele sollen innerhalb von zehn Jahren nach Annahme der Initiative erreicht werden.