Unter 10 Zentimeter – so wenig ist vom Rhein noch übrig

- Der Rhein verzeichnet historisches Niedrigwasser: An der Messstelle Kaub in Rheinland-Pfalz sank der Pegel auf sechs Zentimeter.
- Frachtschiffe können den Rhein nur noch mit stark reduzierter Ladung befahren, was die Transportkosten in die Höhe treibt.
- Auch in der Schweiz ist die Lage prekär: Der Untersee liegt rund 25 Zentimeter unter dem bisherigen August-Tiefstwert seit 1930.
Historisches Niedrigwasser am Rhein: Trockenheit und fehlende Niederschläge haben die Wasserstände entlang des wichtigsten deutschen Flusses massiv sinken lassen. An acht Messstellen wurden inzwischen Pegelstände von weniger als zehn Zentimetern registriert. Für die Schifffahrt wird die Situation zunehmend problematisch.
Am Freitagmorgen um 9.30 Uhr wurden besonders niedrige Werte gemessen. In Kaub in Rheinland-Pfalz lag der Pegel bei neun Zentimetern, in Koblenz bei zwei und in Andernach bei fünf Zentimetern. Düsseldorf meldete lediglich einen Zentimeter. An mehreren Stationen lagen die Werte sogar unter dem jeweiligen Pegelnullpunkt: Oberwinter verzeichnete minus acht Zentimeter, Worms minus 19, Emmerich minus 24 und Neuwied Stadt minus 26 Zentimeter.

Auswirkung auf Frachtschiffe
Verantwortlich für die niedrigen Wasserstände ist vor allem die seit Wochen anhaltende Trockenheit. In vielen Regionen fällt kaum Regen, während die hohen Temperaturen gleichzeitig die Verdunstung verstärken, wie die «Bild» schreibt. Das hat direkte Folgen für den Verkehr auf dem Rhein. Frachtschiffe können teilweise nur noch mit deutlich weniger Ladung fahren, damit ihr Tiefgang geringer bleibt. Dadurch steigen die Transportkosten. Auch Fähren und Ausflugsschiffe müssen einzelne Verbindungen reduzieren oder einstellen.
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Besonders kritisch ist die Situation bei Kaub. Der Abschnitt am Mittelrhein gilt als eines der entscheidenden Nadelöhre für die Binnenschifffahrt. Die Fahrrinne ist dort vergleichsweise eng und flach. Sinkt der Wasserstand zu stark, können viele Frachtschiffe die Stelle nicht mehr oder nur mit stark reduzierter Ladung passieren. Der Pegel in Kaub ist deshalb für Reedereien und Logistikunternehmen ein zentraler Richtwert.
Die Lage verschärfte sich zuletzt weiter. Am Freitag sank der Pegel in Kaub laut Monitoring der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins zeitweise auf sechs Zentimeter. Da zahlreiche Schiffe den problematischen Abschnitt unter diesen Bedingungen nicht mehr passieren können, ist eine durchgängige Befahrung des Rheins erheblich eingeschränkt.
Prekäre Situation auch in der Schweiz
Die anhaltende Trockenheit in der Schweiz hinterlässt auch am Untersee und am Hochrhein deutliche Spuren. Besonders eindrücklich zeigt sich die Situation derzeit um die Insel Werd bei Eschenz und Stein am Rhein SH. Drohnenaufnahmen von «BRK News», aufgenommen am Dienstag dieser Woche, zeigen grossflächig trockengefallene Ufer- und Flachwasserbereich rund um die Insel. Seither kam kein neuer Niederschlag dazu.
Wo normalerweise Wasser steht, sind derzeit ausgedehnte Kies-, Sand- und Sedimentflächen zu sehen. Rund um die Insel Werd haben sich breite Uferstreifen gebildet, während sich das tiefere Wasser deutlich als Rinne abzeichnet. Auch zwischen der Insel und dem Eschenzer Ufer liegen grosse Flächen trocken oder nur noch unter sehr wenig Wasser.
Für die Jahreszeit is die Situation aussergewöhnlich. An der Bafu-Messstation Bodensee (Untersee) in Berlingen liegt der Wasserstand derzeit bei rund 394,37 Metern über Meer. Der bisher tiefste Augustwert innerhalb der offiziellen Bafu-Vergleichsperiode von 1930 bis 2025 wurde am 17. August 2022 mit 394,62 Metern über Meer gemessen. Somit liegt der Untersee aktuell rund 25 Zentimeter unter dem bisherigen August-Tiefstwert.
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Mit Material der DPA
Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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