«Verdünnt das Blut wie verrückt»: Trump nimmt viel Aspirin

- Donald Trump (80) nimmt täglich 325 Milligramm Aspirin zur Herz-Kreislauf-Prävention – das Vierfache der empfohlenen Dosis.
- Seine Ärzte wollen ihn auf 81 Milligramm umstellen, doch Trump lehnt ab: «Lassen Sie mich in Ruhe.»
- Laut Kardiologe Amit Blumfield steigert die höhere Dosis das Blutungsrisiko, ohne nachweislich bessere Ergebnisse zu liefern.
«Ich nehme jeden Tag ein Aspirin. Ich weiss nicht, ob es wirkt, aber psychologisch brauche ich es», sagte US-Präsident Donald Trump bei einem Auftritt in Ohio, wie «HuffPost» berichtet. Aspirin verdünne sein Blut «wie verrückt», erklärte der 80-Jährige. Er möge Aspirin von Bayer und nehme «die grosse» Tablette.
Bereits im Januar sagte Trump dem «Wall Street Journal»: «Sie sagen, Aspirin ist gut zur Verdünnung des Bluts, und ich will nicht, dass dickes Blut durch mein Herz fliesst. Ich möchte schönes, dünnes Blut.» Ganz so funktioniert Aspirin aber nicht.
ASS hemmt die Funktion der Blutplättchen
Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der im Aspirin enthalten ist, verändert nicht die Konsistenz des Bluts, sondern hemmt laut «Focus» die Funktion der Blutplättchen. Dadurch verklumpen diese weniger leicht und es bilden sich seltener Gerinnsel.
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Trump nimmt laut «HuffPost» täglich 325 Milligramm Aspirin. Das habe sein Arzt Sean Barbabella dem «Wall Street Journal» bestätigt. Als Grund nannte er die Herzvorsorge. Trump selbst sprach von einer «386er» – eine solche Dosierung gibt es jedoch nicht.
«Lassen Sie mich in Ruhe»
Seine Ärzte wollen ihn auf eine niedrigere Dosis umstellen. Doch Trump winkt ab: «Ich komme seit 35 Jahren ganz gut damit zurecht. Lassen Sie mich in Ruhe.»
81 Milligramm seien die übliche Dosis für die langfristige Herz-Kreislauf-Prävention, erklärte Kardiologe Amit Blumfield gegenüber «HuffPost». Für bessere Ergebnisse bei höheren Dosen seien ihm keine Daten bekannt. Diese könnten hingegen das Blutungsrisiko steigern.
Blutungsrisiko steigt mit dem Alter
Regelmässiges Aspirin kann laut «NDTV» den Magen reizen und Geschwüre begünstigen. Auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder Gehirn sind möglich. Das Risiko steigt mit dem Alter. Trump und das Weisse Haus brachten seine Blutergüsse an den Händen laut «HuffPost» mit häufigem Händeschütteln und der Aspirin-Einnahme in Verbindung.
Nimmst du regelmässig Aspirin?
Ob die tägliche Einnahme sinnvoll ist, hängt von der Krankengeschichte ab. Nach einem Herzinfarkt, bestimmten Schlaganfällen, einer Bypass-Operation oder einem Stent – einer Gefässstütze, die verengte Arterien offen hält – kann niedrig dosiertes Aspirin weiterhin wichtig sein.
Für Gesunde oft kein Vorteil
Anders sieht es bei Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung aus. Mehrere grosse Studien zeigten laut «Focus», dass der Nutzen von Aspirin zur Vorbeugung eines ersten Herzinfarkts bei gesunden Menschen gering ist, während das Risiko schwerer Blutungen steigt.
Die medizinischen Empfehlungen haben sich deshalb geändert. Gemäss der US Preventive Services Task Force sollten Menschen ab 60 Jahren nicht neu mit täglichem Aspirin zur Vorbeugung beginnen. Wer es ärztlich verschrieben bekommen hat, sollte es jedoch nicht eigenmächtig absetzen.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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