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Tuesday, October 13, 2026

«Einige Männer hätte ich auslassen können»

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«Der Bulle von Tölz»-Star Katerina Jacob spricht über ein bekifftes Pferd, Partner und Krebs

«Einige Männer hätte ich auslassen können»

Ein bekifftes Pferd, schwierige Kindermädchen, Männer und der Gedanke ans Sterben. Darüber und über vieles mehr spricht «Der Bulle von Tölz»-Star Katerina Jacob (68) im grossen Blick-Interview.

Publiziert: vor 14 Minuten

  • Katerina Jacobs neues Buch soll unterhalten und Mut machen
  • Sie spricht über Tiere, Familie, Krebs und Sterbewürde
  • Ihre Direktheit kostete Chancen; sie rät zu mehr Nein

Flavia SchlittlerRoyal- und People-Expertin

Blick: Katerina Jacob, Sie schreiben in Ihrem neuen Buch «Im Fettnapf steht man meist allein» über peinliche, absurde und verrückte Erlebnisse. Mit welchem Gefühl sollen die Leserinnen und Leser das Buch zuklappen?

Katerina Jacob: Mit einem wirklich guten Gefühl. Es ist ein Gute-Laune-Buch, das teilweise zum Nachdenken anregt, aber hauptsächlich soll es unterhalten und lustig sein. So, dass der Leser sagt, ach, jetzt fühle ich mich gut, es hat gut getan, und gut gelaunt weitergeht.

Ihr 700-Kilo-Pferd war plötzlich bekifft, Ihr Bernhardiner sorgte für Chaos. Warum scheint in Ihrem Leben selbst bei den Tieren nichts normal zu laufen?

Das frage ich mich auch immer, warum das mit meinen Tieren nicht immer so klappt. Wobei, die beiden waren wirklich exzeptionell anstrengend. Aber trotzdem, mein Pferd war wunderbar. Ich vermisse es nach wie vor. Den Bernhardiner vermisse ich eher nicht. Wir haben jetzt drei kleine Hunde. Die sind alle bestens erzogen. Endlich klappt es.

«Der Bulle von Tölz»-Star

Katerina Jacob wurde am 1. März 1958 in München geboren. Die Tochter der Schauspielerin Ellen Schwiers (1930–2019) feierte ihren Durchbruch mit «Grete Minde» und wurde als Kommissarin Sabrina Lorenz in «Der Bulle von Tölz» an der Seite von Ottfried Fischer zum Publikumsliebling. Seit 2011 ist sie mit dem Immobilienmakler Jochen Neumann verheiratet. Ihre Tochter Josephine Jacob ist ebenfalls Schauspielerin und Mutter zweier Söhne. 2022 machte Jacob ihre Brustkrebserkrankung öffentlich.

Katerina Jacob und Ottfried Fischer waren die Kultstars der Krimiserie «Der Bullle von Tölz».

Imago/United Archives

Katerina Jacob wurde am 1. März 1958 in München geboren. Die Tochter der Schauspielerin Ellen Schwiers (1930–2019) feierte ihren Durchbruch mit «Grete Minde» und wurde als Kommissarin Sabrina Lorenz in «Der Bulle von Tölz» an der Seite von Ottfried Fischer zum Publikumsliebling. Seit 2011 ist sie mit dem Immobilienmakler Jochen Neumann verheiratet. Ihre Tochter Josephine Jacob ist ebenfalls Schauspielerin und Mutter zweier Söhne. 2022 machte Jacob ihre Brustkrebserkrankung öffentlich.

Was würden Sie Ihrer Mutter Ellen Schwiers heute gerne noch sagen?

Sie war eigentlich meine beste Freundin. Sie ist ein bisschen aus dem Weg gegangen, als es um meine Kindheit ging. Ich bin in der Obhut von Kindermädchen gross geworden, was nicht immer sehr lustig war. Als sie dann irgendwann verstanden hat, was da abgegangen ist, war sie auch sehr betroffen. Aber im Grunde genommen konnte ich ihr alles sagen. Wirklich absolut alles. Auch zu ihrer Person.

Sie haben einmal offen gesagt, dass Sie für Ihre Tochter Josephine keine Idealmutter waren.

Meine Tochter und ich haben eine hervorragende Beziehung und lachen sehr viel miteinander. Gott sei Dank hat sie meinen Humor geerbt. Ich war keine Idealmutter, weil ich es genauso gemacht habe wie meine Mutter. Ich musste Geld verdienen und war alleinerziehend. Dadurch musste ich sie in die Obhut von Kindermädchen geben, die ich sehr gut ausgesucht habe. Josephine ist im Haus meiner Mutter aufgewachsen. Da war also immer jemand da.

Sie haben einen Brustkrebs überstanden. Hat diese Erfahrung Ihre Sicht auf das Leben verändert?

Ganz klar. Sie müssen sich mit sich selber auseinandersetzen, während Sie durch die Chemo gehen. Ich wäre fast gestorben. Und dann stellt man auch sehr schnell fest, wer seine Freunde sind und wer nicht. Ich habe da auch sehr ausgedünnt. Und es sind Freunde aus anderen Ecken dazugekommen, von denen ich es nicht erwartet hätte. Das hat mich gelehrt, sehr unvoreingenommen auf Menschen zuzugehen und nicht zu schnell abzustempeln. Das ist ganz wichtig.

Sie und Ihr Mann Jochen Neumann haben sich fürs begleitete Sterben angemeldet.

Ja. Mein Mann ist ja schon 83. Falls er so klapprig wird, dass er sagt, er möchte jetzt gehen, oder Schmerzen anfangen, dann bleibe ich auf dieser Welt und andersrum genauso. Ich weiss nicht, ob man den Mut dann wirklich aufbringt, im Ernstfall das Knöpfchen zu drücken. Der Tod macht mir keine Angst. Null. Mir macht es Angst, die Würde zu verlieren. Als sabberndes Gemüse im Bett zu liegen. Ich möchte es meiner Tochter nicht zumuten. Ich war bei ganz, ganz vielen Sterbeprozessen dabei, und das ist nicht immer einfach.

Sie und Ottfried Fischer wurden mit dem «Bullen von Tölz» zum Kultduo. Was ist zwischen Ihnen beiden passiert, dass der Kontakt abgebrochen wurde?

Dazu möchte ich eigentlich gar nichts sagen. Wir haben uns da aus den Augen verloren. Und ich mag ihn nach wie vor sehr gerne.

Sie gelten als Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Ist Ihnen Ihre Ehrlichkeit beruflich oder zwischenmenschlich auch schon zum Verhängnis geworden?

Ja, meine Ehrlichkeit hat mich schon berufliche Chancen gekostet. Zudem habe ich einen Gerechtigkeitsfimmel. Doch in diesem Job sollte man sich anpassen, immer den Mund halten, sich möglichst klein machen, dann hat man vielleicht eine Chance. Das habe ich nie getan. Und ja, ich habe Menschen aus meinem Leben vertrieben, die ich nicht verlieren wollte. Doch wenn sie meine Ehrlichkeit nicht verstehen können, dann sind sie auch nicht meine Freunde. Ich bin zwar direkt, aber nie bösartig.

Sie haben in Ihrem Leben vieles ausprobiert, sind ausgewandert und haben einige Umwege gemacht. Welchen Rat würden Sie Ihrem 30-jährigen Ich heute geben?

Dem würde ich sagen, dass ich einige Lebenspartner, Lebensabschnittsgefährten hätte auslassen können. Ich hätte mehr Selbstbewusstsein gebraucht als junge Frau. Ich habe eigentlich nie gewusst, wie viel ich wert bin. Meinem 30-jährigen Ich würde ich sagen, sag öfters Nein. Geh selbstbewusst und mit erhobenem Haupt durchs Leben. Und hör nicht auf andere, sondern lebe dein eigenes Leben.

Sie wirken schlagfertig und selbstbewusst. Wer bringt Sie zum Weinen?

Schlagfertig ja, aber selbstbewusst eher weniger. Bücher, die traurig enden, bringen mich zum Heulen und Filme. Ich gehe ungern ins Kino, weil ich die Erste bin, die Rotz und Wasser heult.

Katerina Jacobs Buch «Im Fettnapf steht man meist allein» erscheint Mitte Oktober im Buchhandel.

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