Immo-Riesen enteignen, Verfassungsschutz abschaffen, Polizei reduzieren – wer ist Elif Eralp?: Diese Frau will jetzt Berlin regieren
Immo-Riesen enteignen, Verfassungsschutz abschaffen, Polizei reduzieren – wer ist Elif Eralp?
Diese Frau will jetzt Berlin regieren
Die Linke gewinnt erstmals die Berlin-Wahl – und plötzlich steht Elif Eralp im Rampenlicht. Sie will grosse Wohnungskonzerne enteignen, Mieten deckeln und Berlin deutlich nach links rücken. Doch wer ist die Frau, die nun beim Regieren der Hauptstadt mitreden will?
Publiziert: vor 22 Minuten
Aktualisiert: vor 18 Minuten
Darum gehts
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- Elif Eralp führt die Linke zum überraschenden Wahlsieg in Berlin
- Die Juristin will grosse Wohnungskonzerne vergesellschaften, Mieten deckeln und den Berliner Verfassungsschutz grundlegend umbauen
- Doch zunächst muss Eralp überhaupt eine regierungsfähige Koalition schmieden
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft
Berlin hat gewählt – und macht einen heftigen Ruck nach links. Die Linke um Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) hat die Abgeordnetenhauswahl überraschend deutlich gewonnen und die CDU vom ersten Platz verdrängt. Jetzt greift Eralp nach dem Roten Rathaus – mit einem Programm, das aneckt. Doch wer ist die Frau, die jetzt Berlin regieren will?
Eralp wurde 1981 in München als Tochter türkischer Einwanderer geboren und studierte von 2001 bis 2007 Rechtswissenschaften in Hamburg. Schon während des Studiums engagierte sie sich in kritischen Juristengruppen und für Jugendliche mit Migrationsgeschichte.
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2010 begann sie als Referentin für Rechtspolitik bei der Linksfraktion im Bundestag. 2017 trat Eralp der Linken bei, ein Jahr später stieg sie in die Berliner Parteiführung auf. 2021 zog sie ins Abgeordnetenhaus ein, seit 2024 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion. Vergangenes Jahr machten sie ihre Partei-Gspänli schliesslich zur Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin für 2026.
Mit Mamdanis Berater zum Erfolg
Eralps grosses Vorbild ist kein Unbekannter: Zohran Mamdani (34), seit November 2025 Bürgermeister von New York. Nach dessen Wahlsieg sagte Eralp: «Wenn ein Linker in New York gewinnen kann, dann genauso gut in Berlin.» Im Wahlkampf setzte sie sogar auf Mamdanis Know-how: US-Berater Morris Katz (27), der zuvor für den New Yorker gearbeitet hatte, half auch ihr.
Wie Mamdani fährt Eralp einen dezidiert linken Kurs. Ihr wohl umstrittenstes Vorhaben: Grosse Wohnungskonzerne sollen vergesellschaftet und enteignet werden. Im Visier hat die Linke private Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen in Berlin. Zudem will Eralp, die gern mit einer goldenen «Mietendeckel»-Kette auftritt, die Mieten zunächst für ein Jahr einfrieren. Danach sollen sie um höchstens ein Prozent pro Jahr steigen.
Brisant ist auch ihr innenpolitischer Kurs: Eralp will den Berliner Verfassungsschutz in seiner heutigen Form abschaffen. Bei der Berliner Polizei sollen Aufgaben reduziert und Mittel umgeschichtet werden – ohne dass die Sicherheit der Bevölkerung leidet. Das versetzt Manuel Ostermann (35), Chef der Bundespolizeigewerkschaft, in Alarmbereitschaft: Unter Eralp könnte Berlin zu einer «islamistischen Hauptstadt» werden, warnte er in einem Interview.
Ausgerechnet nach dem Wahlsieg bekam die Debatte neues Futter: Auf einer Wahlparty der Linken tauchte Clan-Chef Issa Remmo (58) auf. Die Partei betont, er sei nicht eingeladen gewesen und distanzierte sich von ihm. Der scheidende CDU-Bürgermeister Kai Wegner (54) sprach dennoch von einem «verstörenden Signal».
Jetzt folgt der Realitätscheck
Doch selbst mit einem Wahlsieg im Rücken kann Eralp nicht einfach durchregieren. Die Vergesellschaftung grosser Wohnungskonzerne wäre rechtliches und politisches Neuland – der Widerstand der Immobilien-Lobby dürfte gewaltig sein, zentrale Fragen könnten vor Gericht landen. Und zuerst braucht Eralp Koalitionspartner, die ihren Kurs mittragen.
Hinzu kommt: Berlins Haushaltskasse steht massiv unter Druck. In den kommenden Jahren müssen Milliarden eingespart werden. Wie Eralp ihre kostspieligen Vorhaben damit unter einen Hut bringen will, gehört zu den entscheidenden Fragen einer möglichen Regierungsbildung. Einfacher macht es die Sache nicht, dass der Grossteil der neuen Linken-Fraktion noch nie Regierungsverantwortung getragen hat.
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