Proteste in Frankreich: Macron wirft "ultralinken" Gruppen Umsturzversuch vor

Proteste in FrankreichMacron wirft "ultralinken" Gruppen Umsturzversuch vor
22.10.2026, 16:48 Uhr

Für Samstag sind neue Proteste in Frankreich geplant. Angesichts der schweren Ausschreitungen am vergangenen Wochenende wollen die Behörden hart durchgreifen. Präsident Macron erlaubt nur noch von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen.
Nach den landesweiten Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron "ultralinken" Gruppen einen versuchten Umsturz vorgeworfen. Die "organisierten" Gruppen hätten "aufrührerische Handlungen" von "äußerster Gefährlichkeit" begangen und versucht, "die Republik zu Fall zu bringen", sagte Macron in Paris. Begangene Straftaten müssten mit "größter Härte" geahndet werden, fügte er hinzu.
Vor den am Samstag geplanten neuen Protesten in Frankreich werde am Freitag unter seiner Leitung eine Sitzung des Verteidigungsrates mit mehreren Ministern stattfinden, kündigte Macron an. Dabei sollten "weitere Entscheidungen" getroffen werden, sagte der Präsident. Am Samstag dürften nur von Gewerkschaften organisierte Kundgebungen stattfinden, fügte er hinzu. "Überall dort, wo wir können, werden wir verbieten". Zudem würden die Behörden in diesem Fall "alternative Routen vorschlagen, um unsere Innenstädte zu schützen, und vor allem unsere Geschäfte und unsere öffentlichen Gebäude".
"Die allgemeine Empfehlung lautet, in den kommenden Tagen keine Demonstrationen abzuhalten", betonte Macron. Jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür. "Wir wollen, dass wieder Ruhe einkehrt", sagte der Präsident.
Montag soll es Gespräche geben
Derweil werden erste Demonstrationen mit Blick auf die schweren Ausschreitungen am Rande von Protesten am vergangenen Wochenende verboten. Die Präfektur des Départements Rhône untersagte Versammlungen im Zentrum von Lyon am Samstag zwischen 16 und 23 Uhr. In Paris soll dagegen nach Medienberichten ein von den Behörden genehmigter Gewerkschafts-Demonstrationszug möglich sein. Dieser soll am geschichtsträchtigen Place de la Bastille beginnen und dem Place de la Nation enden.
Für Montag sind Gespräche der Regierung mit Schüler- und Studierendenorganisationen, Gewerkschaften, Arbeitgebern, Kommunen und Parlamentariern geplant, kündigte Macron zudem an. Der Dialog zu den berechtigten Forderungen solle fortgesetzt werden.
Macron hatte sich im Elysée-Palast mit Vertretern der Geheimdienste getroffen. Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.