E20-Benzin: Was mehr Bioethanol im Tank bringen könnte
Hohe Spritpreise, Streit ums Verbrenner-Aus: Verkehrsminister Bilger will auf mehr Biokraftstoff setzen und E20 an die Tankstellen bringen. Was E20 bringt, erklärt ZDFheute live.
21.10.2026 | 13:38 minKommt nach E10 bald E20 an die Tankstellen? Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) setzt sich für einen höheren Anteil von Biokraftstoffen im Benzin ein. E20 könnte bis zu 20 Prozent Bioethanol enthalten - doppelt so viel wie E10. Für Olaf Toedter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wäre das eine wirksame Methode, Treibhausgase einzusparen.
Er rechne damit, dass durch den Einsatz von E20 mindestens weitere zehn Prozent Treibhausgase reduziert werden könnten, sagte er im Interview mit ZDFheute live. Autos deutscher Hersteller, die nach 2018 gebaut wurden, seien bereits auf E20 ausgelegt.
Klimaschutzpotenzial in der Bestandsflotte
Das Ziel sei es insgesamt, Treibhausgas zu reduzieren - und das möglichst schnell. Regenerative Kraftstoffe seien eine zusätzliche Möglichkeit, dieses Ziel "sehr schnell und vor allen Dingen mit einem unglaublich großen Hebel" erreichen zu können.
Vor allem in der Bestandsflotte könne E20 Wirkung zeigen und den CO2-Ausstoß dieser Fahrzeuge reduzieren. Dadurch entstehe eine Win-Win-Situation. "Das Treibhausgas kumuliert sich ja in der Atmosphäre. Deswegen ist es auch so wichtig, dass wir hier so schnell wirksam werden", betonte Toedter.
Aus Umweltsicht wäre es sträflich, das zu lassen. Denn diese Option liegen zu lassen und auf einen Flottenwechsel zu warten, dauert viel zu lange.
Olaf Toedter, Karlsruher Institut für Technologie
Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron haben vereinbart, dass der Ausstieg aus der Verbrennertechnik weiter gestreckt wird. Die Lobbyisten jubeln, die Autohändler weniger.
16.10.2026 | 2:43 minExperte hält auch E85 für denkbar
Auf die Frage, ob es auch politische oder ideologische Motive für die Einführung von E20 gebe, sagte der Experte:
Es geht nie rein um Wissenschaft, es geht immer auch um einen Markt.
Olaf Toedter, Karlsruher Institut für Technologie
Deutschland habe viel Know-how bei der Erforschung von Kraftstoffen und könne dieses ausspielen. "Wir können all unsere Kompetenzen mit hier einbringen."
Aus Toedters Sicht ist es sogar denkbar, auf E85 zu wechseln, so wie es etwa teilweise in Frankreich gemacht werde. Zudem könne E20 eine "Absprungbasis" für den Übergang auf synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) sein.
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29.07.2026 | 4:29 minWelche Chancen bestehen im Wettlauf mit China?
Mit Blick auf den Wettlauf mit China sagte der Experte, das Land habe viele Jahre eine zweigleisige Strategie gefahren: Neben sehr sparsamen Motoren sei die batterieelektrische Mobilität vorangetrieben worden und gleichzeitig dafür gesorgt worden, dass Rohstoffe vorhanden seien.
Da hat man die Hand draufgelegt, schon vor vielen, vielen Jahren.
Olaf Toedter, Karlsruher Institut für Technologie
Durch diese zweigleisige Strategie sei zu beobachten, dass in China die meisten Anlagen für synthetische Kraftstoffe entstünden, etwa für Methanol.
Die chinesische Industrie ist in allen Technologien aktiv. Das heißt, sie verkauft sowohl verbrennungsmotorische Fahrzeuge als auch batterieelektrische Fahrzeuge.
Olaf Toedter, Karlsruher Institut für Technologie
Allerdings habe Deutschland jahrzehntelange Erfahrung bei der Kraftstoffsynthese und der Nutzung in Verbrennungsmotoren. Wenn diese Kompetenzen optimal eingebracht werden könnten, könne das Land einen guten wirtschaftlichen Erfolg haben.
Quelle: ZDF
Über das Thema berichtete ZDFheute live am 21.10.2026 um 11:44 Uhr.
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