Verbatim Portable Dual Monitor Essentials im Test: mobil mit zwei Displays
Zwei 15,6-Zoll-Displays für 216 Euro: Der Verbatim Portable Dual Monitor Essentials ist ein günstiger tragbarer Doppelmonitor. Was er im Alltag leistet, zeigt der Test.
Mit dem Uperfect Delta Max hatten wir bereits einen mobilen Monitor mit zwei übereinander gestapelten Displays im Test. Der Verbatim Portable Dual Monitor Essentials greift dieses Konzept auf und kostet mit 216 Euro deutlich weniger. Selbst die kompakte 15-Zoll-Variante des Delta Max liegt bei rund 380 Euro. Der Verbatim stapelt zwei 15,6-Zoll-Panels und klappt zusammen wie ein Laptop. Sein großer Standfuß erlaubt neben dem Turm auch eine Zeltform. Am Konferenztisch sieht das Gegenüber so den eigenen Bildschirminhalt, ohne dass jemand den Monitor drehen muss.
Verbatim ist in unserer Bestenliste kein Unbekannter: Der PMT-15-4K des Herstellers ist unser aktueller Testsieger. Kann der günstige Doppelmonitor im Alltag ebenfalls überzeugen? Das Testgerät hat uns Verbatim zur Verfügung gestellt.
Design & Verarbeitung
Zusammengeklappt erinnert der Verbatim Portable Dual Monitor Essentials an einen Laptop, ist aber deutlich dicker. Er misst 356,1 x 222,7 x 27 mm und wiegt 1,75 kg inklusive Standfuß. Damit ist der Doppelmonitor schwerer als viele Notebooks, gerade im Vergleich zu klassischen Ultrabooks. Im Rucksack summiert sich das zusammen mit einem Laptop spürbar. Die Herstellerangaben „ultraflach“ und „leicht“ treffen deshalb in unseren Augen nicht zu. Der 2,4 kg schwere Uperfect Delta Max mit 18,5 Zoll ist allerdings noch einmal deutlich schwerer.
Das schwarze Kunststoffgehäuse ist von außen sehr gut und sauber verarbeitet. Ein Metallgehäuse wie beim Delta Max gibt es zu diesem Preis nicht. Die Displayränder fallen moderat aus, das Verhältnis von Bildfläche zu Gehäusefront liegt bei rund 85 %. Ein Mangel fällt im zusammengeklappten Zustand auf: Die beiden Hälften verschließen nicht fest. Sie liegen lose aufeinander und klappern. Magnete, die sie fest zusammenhalten wie den Delta Max, fehlen.
Verbatim Portable Dual Monitor Essentials – Bilderstrecke
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Der Standfuß auf der Rückseite ist groß, stabil und weit aufklappbar. Er öffnet so weit, dass man den Monitor daran sogar wie eine Handtasche am Griff tragen könnte. Hochkant stehen die beiden Displays übereinander. In der Zeltform zeigt der obere Bildschirm zum Gegenüber, etwa in der Mitte eines Konferenztisches. Ein Lagesensor dreht das Bild des oberen Displays dann automatisch. Der Sensor arbeitet nur für den oberen Bildschirm. Für die Montage an einem Arm oder an der Wand gibt es eine VESA-Aufnahme mit 75 x 75 mm.
Zur Bedienung dienen mechanische Tasten. Das Bildschirmmenü (OSD) ist mehrsprachig.
Die beiliegende Hülle besteht aus einem schwarzen, an Neopren erinnernden Textil. Das Überziehen ist etwas fummelig, und durch den großen Monitor wölbt sich die Hülle. Das weiche Material schützt vor Kratzern, nicht aber vor gröberen Einflüssen wie Draufsetzen.
Ausstattung & Anschlüsse
Zur Verbindung stehen zwei USB-C-Ports und ein Mini-HDMI-Anschluss bereit. Beide USB-C-Buchsen übertragen das Bild per DisplayPort-Alt-Mode mit 60 Hz bei 1920 x 1080 Pixeln und nehmen Strom auf (Power Delivery als Eingang). Eine Ladefunktion in Richtung Laptop bietet der Monitor nicht. Laut Datenblatt arbeiten die Ports nach USB 2.0 mit 480 Mbit/s. Fürs Bild verlangt Verbatim trotzdem ein USB-C-Kabel mit mindestens 10 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2x1). Thunderbolt-3-, Thunderbolt-4- und USB4-Kabel funktionieren ebenfalls, schwächere Kabel übertragen kein Bild. Ein passendes USB-C-Kabel mit 1 m Länge liegt bei.
Mini-HDMI ist ein Nachteil gegenüber einem vollwertigen HDMI-Port, weil Standardkabel nicht passen. Verbatim legt immerhin ein Mini-HDMI-auf-HDMI-Kabel mit 1 m bei.
Es gibt drei Anzeigemodi für die Aufteilung der Displays: Im Ultra-Modus erstreckt sich der Inhalt über beide Displays. In der Mitte stört dann der breite schwarze Balken aus den beiden Bildschirmrändern. Im Modus Erweitern erkennt der Laptop zwei zusätzliche Monitore. Das klappt nur unter Windows, macOS beherrscht lediglich Duplizieren und Ultra. Beim Duplizieren wird der Inhalt auf beide Hälften gespiegelt. Einen Modus für zwei eigenständige Quellgeräte gleichzeitig wie beim Delta Max gibt es bei Verbatim nicht. Laut Hersteller arbeitet der Monitor mit Android, Windows 11, 10 und 8, macOS sowie iOS – im Test funktionierte auch der Betrieb mit Linux. iPhones mit Lightning benötigen einen separaten Adapter. Treiber sind nicht nötig.
Die zwei Lautsprecher leisten je 1 W. Mehr als Systemtöne und Sprachwiedergabe darf man davon nicht erwarten.
Im Lieferumfang stecken außerdem ein USB-C-Netzteil mit 5 V und 4 A sowie ein aufsteckbarer Adapter für britische Steckdosen (Typ G).
Display & Praxistest
Beide Panels setzen auf IPS-Technik mit 15,6 Zoll und Full HD (1920 x 1080 Pixel) im Format 16:9. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 141 ppi (Pixel pro Zoll). Für diese Diagonale und den Preis ist das Standard. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei 60 Hz, die Reaktionszeit bei 10 ms (Grau zu Grau). Für Büroarbeit reicht das, für schnelle Spiele nicht. Die Panels arbeiten mit 8 Bit Farbtiefe, der Kontrast liegt bei IPS-typischen 1000:1. Die Blickwinkel sind mit 178 Grad stabil.
Die größte Schwäche ist die Helligkeit. Verbatim gibt 220 bis 250 cd/m² (Candela pro Quadratmeter) an. Wir messen auf dem unteren Display maximal 200 cd/m², auf dem oberen 189 cd/m². Das ist zu wenig. Selbst drinnen wird es trotz matter Oberfläche je nach Lichtverhältnissen kritisch. Unterwegs und erst recht draußen reicht das nicht. Nach unseren Erfahrungen braucht es im Freien mindestens 500 cd/m², besser über 1000 cd/m². Diese Werte erreicht kaum ein mobiler Monitor, die meisten schaffen aber wenigstens 300 bis 400 cd/m². Der Delta Max kam auf rund 300 cd/m². Die matte Oberfläche verhindert immerhin störende Spiegelungen.
Die Farbraumabdeckung gibt Verbatim mit 45 % NTSC an. Das ist wenig und reicht nicht für Bildbearbeitung. Die beworbene HDR-Unterstützung ist bei dieser Helligkeit und diesem Farbraum reines Marketing.
Im Test lief der Monitor nur mit angeschlossenem Netzteil. Auch der Delta Max benötigt ab 20 % Helligkeit eine eigene Stromquelle, bei Doppelmonitoren ist das also kein Einzelfall. Statt des etwas unhandlichen Netzteils aus dem Lieferumfang funktionieren auch kompakte Handyladegeräte. Den Laptop-Akku belastet der Monitor damit nicht. Er braucht aber stets eine Steckdose oder eine Powerbank.
Im Alltag bleibt der Einsatzzweck überschaubar. In der Bahn fehlt schlicht der Platz: Großraumtische im ICE sind rar und schon mit zwei oder drei Laptops voll. Für den Doppelmonitor bleibt dann kein Raum.
Preis
Der Verbatim Portable Dual Monitor Essentials kostet aktuell 216 Euro. Für zwei Full-HD-Panels samt Netzteil, Kabeln und Hülle ist das fair.
Fazit
Der Verbatim Portable Dual Monitor Essentials ist ein spannendes Konzept mit sauberer Verarbeitung zum fairen Preis. Er kostet deutlich weniger als der Uperfect Delta Max. Durch den großen Standfuß kann man den Monitor stabil hochkant aufstellen – oder ihn zum Zelt für Präsentationen machen. Das ist eines der Highlights des Bildschirms.
Dem stehen klare Schwächen gegenüber. Mit unter 200 cd/m² sind beide Displays zu dunkel, selbst drinnen. Mit 1,75 kg und 27 mm Dicke ist der Monitor schwerer und dicker als viele Laptops. Die Hälften klappern zusammengeklappt, ohne Netzteil läuft nichts, und die Hülle schützt nur vor Kratzern. Der Erweitern-Modus fehlt unter macOS und per HDMI.
Eine Empfehlung gibt es für stationäre Arbeitsplätze in nicht zu hellen Räumen und für Präsentationen am Konferenztisch. Wer ein Metallgehäuse, mehr Helligkeit und den Betrieb an zwei Geräten gleichzeitig will, zahlt beim Uperfect Delta Max deutlich mehr. Wer einen Begleiter für Bahn und Café sucht, greift besser zu einem einzelnen mobilen Monitor wie dem Verbatim PMT-15-4K.
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