Märtha Louise und ihr Schamane verklagen Freunde auf 80 Millionen

- Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett verklagen vier frühere Vertraute vor einem Gericht in Los Angeles auf über 80 Millionen Dollar Schadenersatz.
- Sie werfen den Beklagten vor, private Informationen weitergegeben, falsche Behauptungen verbreitet und Vertraulichkeitsvereinbarungen gebrochen zu haben.
- Verrett macht Einbussen von bis zu 96 Prozent in einzelnen Geschäftsbereichen geltend. Die ersten Gerichtstermine sind für Dezember geplant.
Für Vertrauensbruch, Rufschädigung und enorme finanzielle Verluste: Prinzessin Märtha Louise (55) und ihr Ehemann Durek Verrett (51) fordern vor einem Gericht in Los Angeles mehr als 80 Millionen Dollar Schadenersatz. Die Klage wurde bereits am 14. September eingereicht, fünf Tage nach der Beerdigung von Märtha Louises Vater, König Haralds V., wie die norwegische Zeitung «VG» berichtet.
Das Paar erklärt den Zeitpunkt mit rechtlichen Fristen. Die beiden hätten sich lieber auf ihre Familie, die Trauer und ihre Gesundheit konzentriert, müssten aber ihre Ansprüche rechtzeitig geltend machen. Die Klage umfasst 242 Seiten und richtet sich gegen vier namentlich genannte Personen sowie zehn bislang nicht identifizierte Beteiligte.
Unter den Beklagten befinden sich Menschen, die dem Paar einst sehr nahestanden: Verretts Halbschwester Demetria de La Nuit (62), ein früherer Partner, eine ehemalige Managerin sowie ein ehemaliger Freund und Geschäftspartner.
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Darum fordert das Paar so viel Geld
Durek Verrett hat sich als Schamane für Hollywood-Grössen wie Gwyneth Paltrow einen Namen gemacht. Die norwegischen Medien beäugten Louises Beziehung mit Verrett anfangs mit Misstrauen. Auf Kritik stiess ihre Werbung für eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel «Die Prinzessin und der Schamane». Die Medien warfen ihr damals vor, ihre Geschäfte mit ihren royalen Angelegenheiten vermischt zu haben.
Nun geht das Paar gegen jene vor, die Informationen über sie verkauft haben sollen. Laut den Gerichtsunterlagen sollen die Beklagten private Informationen weitergegeben, falsche Behauptungen verbreitet und dem Paar damit erheblich geschadet haben. Zwei Personen wird zudem vorgeworfen, Vertraulichkeitsvereinbarungen gebrochen zu haben.
Die Forderung setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Verrett verlangt über 30 Millionen Dollar, Märtha Louise über 20 Millionen und Verretts Unternehmen Ohana Productions weitere 30 Millionen Dollar.
Die Kläger begründen die hohen Beträge insbesondere mit angeblichen finanziellen Einbussen. Verrett behauptet, dass die Einnahmen einzelner Geschäftsbereiche um bis zu 96 Prozent zurückgegangen seien. Bezahlte Vorträge seien praktisch weggefallen. Auch TV-Auftritte, Sponsoringverträge und weitere Geschäftsmöglichkeiten habe er verloren.
Märtha Louise macht ebenfalls wirtschaftliche Schäden geltend. Laut der Klage haben negative Berichte das Interesse an ihren Veranstaltungen verringert und ihre Chancen auf bezahlte Auftritte und Kooperationen geschmälert.
Auch Hirnwäsche-Vorwurf ist Teil der Klage
Ein besonders persönlicher Streitpunkt betrifft Aussagen einer früheren Managerin. Diese soll behauptet haben, von Verrett einer Gehirnwäsche unterzogen worden zu sein, und angedeutet haben, dass auch Märtha Louise davon betroffen sein könnte.
Laut den Gerichtsunterlagen sieht die Prinzessin dadurch ihre Glaubwürdigkeit, Selbstständigkeit und Urteilsfähigkeit infrage gestellt. Die Aussagen hätten ihr sowohl persönlich als auch beruflich geschadet.
Das norwegische Königshaus distanziert sich von der juristischen Angelegenheit. Gegenüber «VG» erklärte der Hof, es handle sich um eine private Klage, an der weder das Königshaus noch der Hof beteiligt seien. Verretts Halbschwester wollte sich gegenüber der Zeitung nicht äussern.
Im Dezember sind in Los Angeles erste Gerichtstermine vorgesehen. Bis dahin beschäftigt der Sohn der norwegischen Königin, Marius Borg Høiby, in der Heimat die Justiz mit seinem Berufungsprozess. Die königliche Familie kommt zurzeit kaum zur Ruhe.
Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
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