Schweiz – Marathon, Boxen und Waffenlauf: So sportlich ist der Bundesrat

Das VBS lädt heute Montag zum traditionellen Sportempfang ins Bundeshaus ein, um erfolgreiche Schweizer Medaillengewinner zu ehren.
Doch auch im Bundesrat gehört Bewegung fest dazu: Sie dient als Ausgleich zum Sitzungsmarathon, als verbindendes Element über Parteigrenzen hinweg – oder als mentale Kraftquelle. Ein Blick auf sieben Persönlichkeiten und ihre sportlichen Rituale.
Beat Jans
Ob auf den Rängen des FC Basel oder aktiv auf dem Rasen: Beat Jans liebt Fussball aus purer Leidenschaft. In der Jugend Handballer, kickt er noch heute mit Begeisterung – sogar als erster amtierender Bundesrat im FC Nationalrat. Das gemeinsame Spiel überwindet Barrieren: Nach dem Match wird parteiübergreifend geduscht und ein Bier getrunken.
Ruth Metzler-Arnold
Für die Swiss-Olympic-Präsidentin spielte Sport stets eine Schlüsselrolle. In der Jugend sprintete sie über 400 Meter Hürden ins Regionalkader und trainierte den Nachwuchs. Nach dem Rücktritt aus der Regierung meisterte sie mehrere Marathons – bis heute hält sie sich mit Laufen, Skifahren, Golf, Klettern und Reiten fit. Zudem war der Sport ihr Integrationshelfer: Nach ihrem Umzug nach Appenzell ermöglichte ihr der lokale Turnverein ein schnelles Einleben und legte das Fundament für ihr Netzwerk.
Kurt Furgler
Furglers Aufstieg war eng mit dem Handball verbunden: 1942 gründete er die Handballsektion des TSV St. Otmar St. Gallen. Über Jahrzehnte prägte er den Klub als Spieler, Trainer und Taktiker und führte ihn zu Meistertiteln. Bei seiner Wahl 1971 stand er frisch meniskusoperiert mit Gips im Parlament. Der emotionale Höhepunkt folgte 1986, als Bundesrat Furgler die Handball-WM in der St. Galler Kreuzbleiche-Halle feierlich eröffnete.
Karin Keller-Sutter
Auf die Skipiste zieht es die Magistratin nicht, dafür sucht sie jeden Montag den Drill im Boxkeller. Boxen ist für sie weit mehr als simples Zuschlagen: Es verlangt Koordination, Disziplin und strategisches Denken. Man müsse den Gegner kontrollieren und defensiv stabil sein, um den richtigen Moment für den Angriff zu erwischen. Das intensive Training bietet ihr die perfekte Möglichkeit, den Kopf komplett freizubekommen.
Ueli Maurer
Maurers sportliche DNA ist stark militärisch geprägt: Als ehemaliger Major und Kommandant eines Radfahrerbataillons machte er das Velofahren zu seiner Passion. 1996 stellte er am Frauenfelder Waffenlauf sein Durchhaltevermögen unter Beweis. Seinen Ausgleich findet er auf dem Velo und beim Skilanglauf – als Sportfan schlägt sein Herz für YB und den HC Ambri-Piotta.
Alain Berset
Berset wuchs in einer Läuferfamilie auf: Die Mutter war Marathon-Meisterin, der Vater starker Langstreckenläufer. Berset selbst kürte sich einst zum Juniorenmeister über 800 Meter. Ein unvergesslicher Moment: als er 1994 bei der Athletissima in Lausanne über 800 Meter antrat und Leroy Burrells 100-Meter-Weltrekord hautnah miterlebte. Nach neun Jahren beendete er die Laufkarriere – privat hebt der Alt-Bundesrat als lizenzierter Sportpilot ab.
Adolf Ogi
Der frühere Bundesrat und UNO-Sonderberater setzt auf tägliche Disziplin. Schon zu Amtszeiten stand er um 4:45 Uhr auf, um den Tag mit einem Lauf zu beginnen. Heute hält sich der über 80-Jährige mit Waldläufen, Skitagen sowie Gymnastikübungen fit. Legendär ist sein morgendlicher Kopfstand: Inspiriert von einem Treffen mit Skistar Jean-Claude Killy im Jahr 1968, nutzte Ogi diese Übung über Jahrzehnte täglich für fünf bis sieben Minuten, um den Vortag zu rekapitulieren und den Geist zu schärfen.
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