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Sunday, October 11, 2026

«Muss uns die Politik jetzt sogar das Aussteigen erklären?»

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  • SP-Nationalrat Hasan Candan will Autofahrer per Gesetz dazu verpflichten, ihre Tür mit dem sogenannten Holländergriff zu öffnen.
  • Der Vorschlag soll Velofahrer vor Unfällen mit plötzlich geöffneten Autotüren schützen – zwischen 2012 und 2021 gab es in der Schweiz 561 solche Unfälle.
  • In der 20-Minuten-Community ist die Reaktion gespalten: Viele sehen darin Bevormundung, andere halten den Handgriff für eine sinnvolle Sicherheitsmassnahme.

Ein Griff zur Autotüre, der künftig gesetzlich vorgeschrieben sein könnte: SP-Nationalrat Hasan Candan will Autofahrer dazu verpflichten, ihre Türe mit der gegenüberliegenden Hand zu öffnen. Der sogenannte Holländergriff soll verhindern, dass Velofahrer gegen plötzlich geöffnete Autotüren prallen. Zwischen 2012 und 2021 kam es in der Schweiz zu 561 solchen Unfällen.

Doch nicht alle sind von der Idee begeistert. SVP-Nationalrat Erich Hess bezeichnet den Vorschlag als «völligen Blödsinn». Mehr dazu liest du hier im Originalartikel.

Auch in der 20-Minuten-Community gehen die Meinungen auseinander. Während einige den Vorschlag als unnötige Bevormundung kritisieren, halten andere den einfachen Handgriff für eine sinnvolle Sicherheitsmassnahme.

«Nächster Vorstoss: Vorgeschriebener Griff für den Kühlschrank»

Besonders die Vorstellung, dass die Politik künftig das Öffnen einer Autotüre regeln könnte, sorgt für Kopfschütteln. «Wer für jede vermeintlich ‹einzig richtige› Verhaltensweise gleich ein Gesetz verlangt, sollte vielleicht kurz darüber nachdenken, wo staatliche Fürsorge endet und Bevormundung beginnt», schreibt Leser phil__.

Was hältst du vom geplanten Holländergriff für Autofahrer?

Ähnlich sieht es derinformierte: «Ich mache meine Autotür auch weiterhin so auf, wie ich will! Wenn ich dabei keinen gefährde, ist das zu 100 Prozent meine freie Entscheidung, wie ich das mache!»

Zeilen-Zampano nimmt die Forderung mit Humor: «Weil der mündige Bürger zum Aussteigen eine Anleitung aus der Verkehrsregelnverordnung braucht. Nächster Vorstoss: Vorgeschriebener Griff für den Kühlschrank.»

Auch KämpfefürdeineRechte hält wenig von der Idee: «Wie wäre es, in den Rückspiegel zu schauen, bevor man aussteigt? Ich mache das immer. Dieser Holländergriff ist ein völliger Blödsinn. Das ist eine unnatürliche Bewegung, die schlussendlich niemand machen wird!»

«Ein einfacher Griff, der schwere Unfälle vermindert»

Doch es gibt auch Leser und Leserinnen, die den Widerstand nicht nachvollziehen können. «Ein einfacher Griff, der schwere Unfälle vermindert und sogar Leben rettet, und dann wird in den Kommentaren ein solcher Aufstand gemacht mit Hass gegen Velofahrer», kritisiert Rollibolli2.

«Velofahrende müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Sie sollten eigenverantwortlich genügend Abstand halten, gerade bei stehenden Autokolonnen», findet SVP-Nationalrat Erich Hess.

«Velofahrende müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Sie sollten eigenverantwortlich genügend Abstand halten, gerade bei stehenden Autokolonnen», findet SVP-Nationalrat Erich Hess.privat

Ueli12345 findet ebenfalls: «Das ist durchaus ein sinnvoller Vorschlag, der in Holland schon lange angewendet wird.» Noch deutlicher wird notmynick, der selbst Auto und Velo fährt: «Wer einmal das süffisante Grinsen eines Autofahrers gesehen und das billige ‹oh, sorry› gehört hat, weil er einfach nicht in den Rückspiegel schaut, wenn er seine Türe öffnet, weiss, wovon hier die Rede ist.»

Auch Bodo__ stört sich daran: «Jetzt ist also der Velofahrer schuld, wenn ein Autofahrer Fehler macht?» Mehr Sensibilisierung sei dringend nötig, findet der Leser. Ob dafür ein Gesetz helfe, finde er allerdings fraglich.

«Dann fahren die Velofahrer in der Strassenmitte»

Andere sehen die Verantwortung stärker bei den Velofahrern. «Also wenn Autofahrer 1,5 Meter Abstand halten sollen, müssen das die Velofahrer beim Vorbeifahren an einem Auto auch! Problem gelöst», schreibt BenAllenbach.

Auch Schubidu@ sieht ein Problem: «Das Einzige, was Velofahrer machen können, ist, 1,5 m Abstand zu den Autos zu lassen und somit in der Mitte der Spur zu fahren.»

«Beide haben Verantwortung zu tragen»

Zwischen den verhärteten Fronten gibt es auch Stimmen, die auf gegenseitige Rücksichtnahme setzen. «Beide haben Verantwortung zu tragen. Würden alle vorausschauend fahren und mitdenken, gäbe es weniger Unfälle», schreibt PeterMächler.

Auch Guido_Bs lehnt eine gesetzliche Pflicht ab, kritisiert aber gleichzeitig den Umgangston in der Diskussion: «Ich bin dagegen, es gesetzlich zu verankern, aber dieser Velofahrer-Hass hier ist schlimm. Fahrt selber mal Velo. Wir hätten mehr Platz und weniger Stau.»

Deborah Gonzalez

Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.

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