«Kein Kompromiss»: UBS übt scharfe Kritik an Ständeratsentscheid

- Der Ständerat hat beschlossen, dass die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig zu 90 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegen muss.
- Die UBS kritisiert den Entscheid scharf und spricht von einem Ergebnis, das «nicht auf die Grundursachen des Zusammenbruchs der Credit Suisse eingeht».
- Noch ist nichts fix: Der Nationalrat muss seinen Entscheid noch fällen.
Der Ständerat fällte am Mittwochmorgen einen ersten Entscheid in der Causa «Lex UBS»: Geht es nach der Kleinen Kammer, soll die Mega-Bank künftig ihre ausländischen Tochtergesellschaften zu 90 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegen müssen.
Die UBS kritisierte bereits im Vorfeld die Pläne von verschärften Regeln zum Eigenkapital. In einer Medienmitteilung am Mittwochmittag tut die Grossbank ihrem Ärger nun kund: «Dieses politische Ergebnis ist kein Kompromiss und geht nicht auf die Grundursachen des Zusammenbruchs der Credit Suisse ein.»
«Entscheid missachtet ernsthafte Bedenken»
Der Entscheid der Kleinen Kammer «missachtet die ernsthaften Bedenken», welche Wirtschaftsvertreter, Arbeitnehmerverbände und Kantone während der Vernehmlassung geäussert hätten. Die Regulierungsvorschläge des Bundesrats – welcher eine Eigenkapitalunterlegung von 100 Prozent forderte – wiesen sie als «schädlich für die Schweizer Wirtschaft» zurück.
Ausserdem missachte der heutige Entscheid auch «die bedeutende finanzielle Unterstützung der UBS-Aktionäre bei der Wahrung des Ansehens der Schweiz durch die Übernahme», schreibt die Grossbank weiter. Während der parlamentarische Prozess nun weiterlaufe – der Nationalrat muss sich ebenfalls noch mit den Regulierungsvorschlägen auseinandersetzen – werde sich die UBS «auf den Schutz ihrer langfristigen Interessen konzentrieren».
So beurteilt die UBS die Auswirkungen des Entscheids
Spricht sich auch der Nationalrat für eine Eigenkapitalunterlegung von 90 Prozent aus, müsste die UBS für ihre Auslandstöchter zusätzliches hartes Kapital von rund 16 Milliarden US-Dollar halten, rechnet die Bank vor. Insgesamt müsse die UBS seit der Übernahme der Credit Suisse insgesamt etwa 33 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Kapital halten. Die gesamten jährlichen Kosten infolge der Übernahme würden sich gemäss UBS auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar belaufen.
Bankiervereinigung: «Extremer» Regulierungsansatz
Auch die Schweizerische Bankiervereinigung kritisiert den Ständeratsentscheid scharf. Die geplante Regulierung würde weit über internationale Standards hinausgehen und zu hohen Kosten führen. «Dieser extreme und sehr teure regulatorische Ansatz wird auf Konkurrenzfinanzplätzen in Europa, im Vereinigten Königreich oder in den USA nicht praktiziert», moniert die Vereinigung in einer Medienmitteilung.
Denn: Aus Sicht der Bankiervereinigung hätten nicht zu tiefe Kapitalanforderungen zur CS-Krise geführt, «sondern die weitreichenden Ausnahmen davon, welche der Credit Suisse jahrelang gewährt wurden». Man fordere nun für die weiteren politischen Beratungen eine «grundlegende Korrektur».
Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2026 stv. Leiterin des Ressorts Politik.
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